Thomas Knellwolf schreibt ein Buch

Kachelmann-Prozess - Werk von Alice Schwarzer auf Eis gelegt.

Der deutsche Medienanwalt Ralf Höcker hat bewirkt, dass der Verlag Kiepenheuer & Witsch ein geplantes Buch von Alice Schwarzer über den Kachelmann-Prozess vorerst auf Eis legt, wie eine Verlagssprecherin gegenüber der Zeitung "Der Sonntag" bestätigt: "Es ist kein Veröffentlichungstermin in Sicht." Der Termin war bereits mehrfach verschoben worden. Die Sprecherin wollte sich nicht dazu äussern, ob die andauernden Interventionen von Kachelmann-Anwalt Höcker die Hausautorin zermürbt haben. Insider, die mit Schwarzer in Kontakt stehen, gehen genau davon aus.

Das lenkt die Aufmerksamkeit auf ein bisher nicht bekanntes, anderes Buch-Projekt. Thomas Knellwolf, Reporter beim "Tages-Anzeiger", hat ein knapp zweihundertseitiges Buch mit dem Titel "Die Akte Kachelmann" geschrieben. Es soll laut "Sonntag" nach dem auf Ende Mai erwarteten Urteil bei Orell Füssli. Das Manuskript wird vorsichtshalber von Juristen aus Deutschland und der Schweiz geprüft. Auch Kachelmanns früherer Arbeitgeber, das Schweizer Fernsehen, räumt dem Verfahren gegen den Wettermoderator einen prominenten Sendeplatz ein. "Kachelmanns Fall" befasst sich am kommenden Donnerstag ab 20.05 Uhr auf SF 1 mit der schwierigen Suche nach der Wahrheit in Mannheim. Laut der Zeitung, welche den Dok-Film vorab sehen konnte, werden darin die Aussagen des mutmasslichen 38-jährigen Vergewaltigungsopfers regelrecht demontieren. Dafür sorgen Interviews mit Gerichtsberichterstatterinnen wie Sabine Rückert ("Die Zeit") und Gisela Friedrichsen ("Der Spiegel"). "Es kann nicht so gewesen sein, wie die Frau sagt", so Friedrichsen.