Tierschutz kritisiert neue Pannenshow

3+ - Kostümierter Schimpanse als Co-Moderator.

Der Schweizer Tierschutz stellt sich gegen die Verwendung eines kostümierten Schimpansen in einer Unterhaltungssendung auf dem TV-Sender 3+. Der Affe mit Namen "Jean-Luc" kommt jeweils als tierischer Co-Moderator zum Einsatz.

In der am Dienstag erstmals ausgestrahlten Sendung "Upps! Die Schweizer Pannenshow" werden Aufnahmen von Hobbyfilmern gezeigt, bei denen unvorhergesehene Missgeschicke passieren. Kommentiert werden die Amateurbeiträge jeweils von Moderatorin Karin Lanz, die dabei von einem Kleider tragenden Schimpansen unterstützt wird.

Diese "Vermenschlichung und Ausnutzung" von "Jean-Luc" stelle einen Verstoss gegen das Tierschutzgesetz dar, schreibt der Schweizer Tierschutz STS in einer Mitteilung vom Mittwoch. Die Würde des Schimpansen werde "eindeutig missachtet", heisst es. Der Verein protestierte deshalb beim Sender 3+ und verlangte von der verantwortlichen Redaktion, künftig auf die Verwendung des Affen zu verzichten. Dass der Privatsender den Schimpansen zur Unterhaltung des Publikums einsetze, sei "absolut unverständlich".

Jederzeit artgerecht gehalten

3+ wehrte sich am Mittwochabend in einer Mitteilung gegen die Proteste des Schweizer Tierschutz STS. Laut Senderchef Dominik Kaiser entspreche die Produktion den rechtlichen Anforderungen an Filmaufnahmen mit Tieren. Dem Affen würden keine Schmerzen, Leiden oder Schäden zugefügt.

Der Sender versicherte zudem, dass es sich beim eingesetzten Schimpansen um ein Tier handle, welches von einer Tiertrainerin speziell für Filmaufnahmen ausgebildet wurde und das darin reichlich Erfahrung besitze. Die Tiertrainerin sei bei den Dreharbeiten zugegen und habe diese aktiv begleitet.

Zudem sei dafür Sorge getragen worden, dass die Drehzeiten tiergerecht und entsprechend den Bedürfnissen des Schimpansen ausgestaltet wurden. Dementsprechend sei für ausreichend Drehpausen gesorgt worden, in welchen der Schimpanse mit einem ebenfalls von der Tiertrainerin betreuten Artgenossen am Set spielen konnte.

Quotenhoch dank 'Bauer, ledig, sucht...'

Das junge Schweizer Fernsehen konnte auch noch Erfreulicheres vermelden. Die Dokusoap "Bauer, ledig, sucht..." lockte das Deutschschweizer Publikum zahlreich vor die Bildschirme und bescherte dem jungen Schweizer Fernsehen Traumquoten. Ein weiterer Grund zur Freude für die Mitarbeiter des Schlieremer TV-Senders: Mit durchschnittlich 4,6 Prozent Marktanteile in der Primetime und der Zielgruppe der 15 – 49-Jährigen erzielte 3+ nach eigenen Angaben den bisher stärksten Monat seit Sendestart. (per/sda)