Um das Werbegeschäft der zahlreichen Printprodukte zu stärken, setzt der Medienkonzern Ringier verstärkt aufs Internet. Für Verleger Michael Ringier ist das die einzige Möglichkeit, um auch künftig die Werbeeinnahmen zu sichern. Das Internet habe die Geschäftsbasis des grössten Schweizer Verlages massiv verändert, sagte Ringier am Dienstag am Herbst-Pressegespräch in Zürich. In seinem Verlag werde deshalb 2007 die Digitalisierung stark vorangetrieben.
Profitieren will Ringier von der heutigen Lücke zwischen Internetnutzung und Internet-Werbegeschäft. So holten sich heute die Jungen bereits rund 20 Prozent ihres Medienkonsums aus dem Netz. Gleichzeitig würden aber weniger als 5 Prozent des Werbegeschäfts im Internet generiert.
Als Beispiel, wohin bei seinem Verlag die Reise geht, hob Ringier das im September lancierte und an Kiosken gratis abgegebene CASH daily hervor. Die enge Verbindung zur entsprechenden Internet-Plattform und weiteren Produkten der CASH-Familie bringe den Lesern multimediale Angebote vom Webpaper über Hörangebote bis zu Videos, TV oder Podcasts.
Keine harte Zahlen zu Cash daily und heute
Das neue multimediale Angebot kommt laut Ringier beim Kunden gut an, konkrete Nutzerzahlen liegen jedoch noch nicht vor. Mit täglich rund 70'000 Exemplaren erreiche CASH daily heute rund 120 000 Leser. Nächstes Jahr wird ein Absatz von 100 000 Exemplaren angepeilt. Harte Nutzerdaten folgen 2007.
Das gilt auch für das im Mai lancierte Gratisblatt heute, dessen Entwicklung mit täglich 170'000 verteilten Exemplaren laut Ringier-CEO Martin Werfeli vielversprechend ist. Er räumte aber ein, dass man beiden neu lancierten Gratisblättern drei bis fünf Jahre Zeit gebe, um rentabel zu werden.
Ausbau von Blick Online
Nur Andeutungen machte Ringier zum Blick, dessen Auflagerückgang weiter andauert. Dazu mache man sich zurzeit "sehr weitgehende Gedanken", sagte Ringier. Änderungen und Investitionen beim Blick seien 2007 ein Schwerpunkt. Klar ist, dass -- passend zur Internet-Strategie -- Blick-Online deutlich ausgebaut wird, wie es vor den Medien hiess.