Die US-Traditionszeitung "Washington Post" hat mit einem kräftigen Tritt auf die Kostenbremse reagiert, um einbrechende Werbeerlöse abzufedern. Bereits ab Jahresbeginn 2010 wird das Blatt seine Print- und Onlineaktivitäten zusammenlegen. In einem Memo an die Mitarbeiter liess Post-Herausgeberin und Media-CEO Katherine Weymouth wissen, dass die beiden Sparten per 1. Januar kommenden Jahres zu einer Organisation verschmolzen werden. Einmal mehr erntet die Branche damit einen Rückschlag für den Qualitätsjournalismus. Zuletzt hatte der Medienkonzern etwa angekündigt, sein nationales Wochenmagazin gänzlich einzustellen. Wie der gesamte Sektor ist die Washington Post stark von der krisenbedingten Werbeflaute betroffen.
Die Washington Post Company, zu der renommierte Zeitschriften wie das Magazin "Newsweek" sowie verschiedene Fernsehsender gehören, führt mit dem gleichnamigen Blatt einen der bedeutendsten Titel in der US-Medienlandschaft. CEO Weymouth hatte vor wenigen Tagen im Rahmen eines Investorentreffens versprochen, alle möglichen Schritte zu ergreifen, um die "Verluste drastisch zu kürzen", ohne die Überlebensfähigkeit des Unternehmens zu gefährden. Wie paidContent.org berichtet, verzeichnete der Konzern im ersten Halbjahr 2009 ein Minus von 143 Mio. Dollar.
"Wie wir unser Geschäft heute betreiben, ist nicht nachhaltig. Wir müssen unsere Kosten weiter reduzieren - und zwar schnell", so Weymouth. Den Angaben zufolge sollen vorerst aber alle Arbeitsplätze erhalten bleiben. Über die Höhe der erhofften Einsparungen, mit denen das Unternehmen durch die Fusion von Print- und Online-Betrieb rechnet, ist nichts bekannt. (pte)

