TSI wegen Verletzung der Privatsphäre getadelt

Presserat - Sender hat sich bereit öffentlich entschuldigt.

Der Presserat hat die Nachrichtensendung il Quotidiano der TSI wegen der Verletzung der Privatsphäre eines mutmasslichen Vergewaltigungsopfers getadelt. Der TV-Sender hatte publik gemacht, dass die 24-jährige Frau drogenabhängig ist.

Überdies wurden Bilder des Hotels gezeigt, in dem die Frau lebte. Der angebliche Vergewaltigungsversuch hatte allerdings nicht dort stattgefunden. Die TSI habe darum keinen Grund gehabt, Bilder des Lokals zu zeigen, schreibt der Schweizer Presserat in seiner am Dienstag publizierten Stellungnahme.

Die Frau hatte in ihrer Beschwerde geltend gemacht, dass seit der Berichterstattung der TSI das ganze Quartier von ihrer Drogenabhängigkeit wisse. Der Presserat hiess ihre Beschwerde deswegen gut. Die Privatsphäre der Frau sei offensichtlich verletzt worden.