TV-Moderator gestorben

Mäni Weber - Erster Star der Schweizer TV-Geschichte tot.

Der frühere Radio- und Fernsehmoderator Hermann "Mäni" Weber ist tot. Er starb am Freitagabend 71-jährig in Luzern. Der Basler moderierte in den 60er und 70er Jahren "Strassenfeger" wie das Ratespiel "Dopplet oder nüt".

Anfang September musste sich Weber im Luzerner Kantonsspital notfallmässig einer Bauchoperation unterziehen. Nachdem er sich anfänglich gut davon erholt hatte, verschlechterte sich sein Gesundheitszustand, wie seine Familie und Freunde am Sonntag mitteilten. Am vergangenen Freitag entschlief er.

In der Rheinstadt ist Hermann Viktor Weber am 26. Febuar 1935 geboren. Er wuchs im Basler Gundeldinger-Quartier auf. Nach einem Studium der Nationalökonomie, das er bis zum "cand. rer. pol." brachte, arbeitete er ab 1960 beim Schweizer Radio DRS -- vor allem als Sportreporter.

Sportgerät Fernsehen

Auch selber war er als Torhüter der Handball-Nationalmannschaft sportlich aktiv. Das letzte Sportgerät, dass er erwarb, war allerdings "ein modernes TV-Gerät", wie er im Juni 2006 im Fragebogen der NZZ am Sonntag festhielt. Immerhin: Für das Fernsehen arbeitete er auftragsmässig neben dem Radioberuf.

Am Bildschirm feierte Mäni Weber seine ganz grossen Erfolge. Bereits 1960 arbeitete er erstmals in Medizinsendungen mit. 1963 bis 1970 moderierte er das Ratespiel "Dopplet oder nüt". Die Sendung machte ihn nicht allein zu einem der begehrtesten Junggesellen, sondern trug ihm auch den Übernamen "Mäni National" ein.

Erfolgreich blieb er mit der Nachfolgesendung "Wer gwünnt?", die zwischen 1973 und 1977 in die Schweizer Wohnstuben flimmerte. In den Jahren 1965 bis 1976 stand er, als Nichtmediziner, für die Sendung "Praktische Medizin" vor der Kamera. Sie wurde 1967 mit dem Grossen Preis von Cannes für die beste Live-Dokumentarsendung ausgezeichnet.

Einziger Showmensch dieser Grösse

1968 wählte das Publikum Mäni Weber zum beliebtesten Fernsehschaffenden; er erhielt dafür den "Tele-Brillant". Seine Fernsehkarriere beendete er 1977. Seine markante Stimme allerdings war noch bis 1994 regelmässig in Radiosendungen zu hören. In jenem Jahr liess sich der Redaktor und Sportberichterstatter frühzeitig im Alter von 60 Jahren pensionieren. Seither lebte er am Vierwaldstättersee in Weggis.

Finanzielle Gründe zwangen ihn im Jahr 2000, von seinem luxuriösen Appartement in eine Ein-Zimmer-Wohnung im Personaltrakt des Altersheimes zu ziehen. "Höhen und Tiefen eines Fernsehstars", heisst denn auch der Untertitel der 2002 erschienenen autorisierten Biograpihe von Cornelia Diethelm.

Weber sei der hierzulande der "einzige Showmensch in dieser Grösse" gewesen, urteilte Diethelm in der Sendung "Memo" von Schweizer Radio DRS zum 70. Geburtstag des einstigen Quizmasters. Nicht nur habe er das Fernsehen geprägt, sondern ihn habe noch ein "gewisser Glamour" umgeben.