Bischof Huonder hat SF-Predigerin Monika Schmid einen Verweis erteilt. Offizial Joseph Bonnemain bestätigte damit vor Tagen, was Huonder schon im Mai mitgeteilt hatte. Schmids Beauftragung als Gemeindeleiterin von Illnau-Effretikon werde aufgrund ihrer Äusserungen voraussichtlich bloss um ein Jahr verlängert, berichtet der "Tages-Anzeiger" am Samstag.
Schmid hatte im "Wort zum Sonntag" die Doppelmoral der Kirche kritisiert und die jüngsten Pädophilie-Fälle mit dem Zölibat in Verbindung gebracht ("persoenlich.com" berichtete): "Priester, die eine reife Partnerschaft leben, werden abgesetzt, pädophile Priester dagegen werden versetzt, bekommen eine andere Arbeit...", sagte sie im Februar in der SF-Sendung. In der Folge traf sich Huonder mit Schmid zweimal zum Gespräch.
Schmid bezeichnet die Massnahme des Bischofs laut "Tages-Anzeiger" als Druck, ja als Erpressung. Zumal die Gespräche mit Bischof Huonder lediglich informell gewesen seien und deshalb "nicht Teil eines Verfahrens". Selbst der Kirchenrechtsexperte und frühere Bundesrichter Giusep Nay pflichtet Schmid laut "Tages-Anzeiger" bei, dass der Bischof gegen Treu und Glauben verstossen und ihr das rechtliche Gehör nicht wirklich gewährt habe.