TV-Sender üben Vorsicht bei Ergebnisbekanntgabe

Obama siegt - Onlinemedien verkünden Präsidenten 90 Minuten früher.

Die grossen US-Networks haben sich bei der Ergebnisbekanntgabe dieser Präsidentschaftswahlen weitaus vorsichtiger gezeigt als in der Vergangenheit. Nachdem sich bei den vorangegangenen Wahlen sowohl im Jahr 2000 als auch 2004 die meisten TV-Stationen auf Grundlage von Exit Polls frühzeitig zu weit aus dem Fenster gelehnt und am Ende falsche Resultate verbreitet hatten, wollte sich in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch niemand mehr derart in die Nesseln setzen.

Wie die "New York Times" berichtet, war die Angst der einzelnen Sender zu gross, ein Konkurrent könne bei der Bekanntgabe des tatsächlichen, gesicherten Wahlausgangs die Nase vorn haben. Weniger genau nahmen es hingegen viele Onlinemedien. So wurde Barack Obama auf Webseiten wie dem Magazin Slate, der Huffington Post oder The Page bereits um rund 90 Minuten früher zum neuen Präsidenten erklärt als von den Fernsehsendern.

Es scheint als hätten durchwegs alle US-Sender ihre Lektion gelernt. Im Jahr 2000 beispielsweise war der Demokrat Al Gore frühzeitig zum Gewinner des Bundesstaates Florida erklärt worden. Letztlich mussten sämtliche Networks ihre Meldungen korrigieren, weil die Stimmen doch an die Republikaner gingen. Ähnliche Pannen gab es 2004 im Rennen zwischen Bush und Kerry.

Insgesamt hielten die sechs grossen Nachrichtenorganisationen in den USA (ABC, NBC, CBS, Fox, CNN und die Associated Press) allesamt ihre Ergebnisse um vier Stunden länger zurück als im Jahr 2004. Dafür stand beispielsweise auf dem Politikportal The Page eineinhalb Stunden vor der Bekanntgabe im TV zu lesen: "Die Sender werden es euch nicht sagen, aber The Page macht es: Barack Obama wird der 44. Präsident der Vereinigten Staaten sein." (pte)