TV-Sendergruppen starten durchwachsen

RTL Group / ProSiebenSat.1 - Die Platzhirsche der grossen europäischen Fernsehsender fahren neben ihrem Kerngeschäft unterschiedliche Strategien.

Für das erste Quartal haben ProSiebenSat1 und die RTL Group Zahlen präsentiert – mit deutlichen Unterschieden bei Umsatz und Gewinn. Für das 1. Quartal 2017 vermeldete der Fernsehkonzern ProSiebenSat.1 dank der Übernahme der Partnervermittlungen Parship und Elite-Partner zwar einen Umsatzschub. Aber der Gewinn vor Zinsen und Steuern sank um 11 Prozent auf 109 Millionen Euro.

Wie der Konzern am Donnerstag mitteilte, stiegen die Erlöse um 13 Prozent auf 910 Millionen Euro. Doch die Kosten legten noch stärker zu. Wichtigste Säule des Unternehmens war weiterhin das werbefinanzierte Fernsehen, mit einem Umsatzanstieg um zwei Prozent auf 502 Millionen und einem Anstieg des Betriebsergebnisses (Ebitda) um 4 Prozent auf 137 Millionen Euro.

Das Geschäft mit Internetportalen wie Parship oder Verivox und Onlineshops wie Flaconi bringt zwar deutlich weniger Rendite, wächst aber kräftig: Der Umsatz dieser Sparte legte – vor allem dank der Übernahmen – auf 229 Millionen Euro zu, das Betriebsergebnis auf 37 Millionen Euro.

Schwacher Start bei der RTL Group

Die Bertelsmann-Tochter RTL Group ist im Jahresvergleich schwach in das neue Geschäftsjahr gestartet. Umsatz und operativer Gewinn (Ebitda) gingen um 1,9 auf 1,4 Milliarden Euro und 8,3 Prozent auf 264 Millionen Euro zurück, wie das Unternehmen in Luxemburg mitteilte.

Als Grund gibt die Bertelsmann-Tochter weggebrochene Produktionserlöse nach dem Auslaufen der Sendung «American Idol» vor einem Jahr im US-Sender Fox an. Das Umsatzwachstum bei der deutschen Sendertochter RTL Deutschland habe diesen Effekt nicht vollständig ausgleichen können.

Die RTL Group betreibt im Gegensatz zu ProSiebenSat.1 keine Internetportale, sondern treibt die Digitalisierung und das Produktionsgeschäft neben dem klassischen Sendergeschäft voran. Nach Angaben des Unternehmens, zu dem 57 Fernseh- und 31 Radiosendern in Europa zählen, ist der Digitalumsatz mit der Produktion und Vermarktung zum Beispiel von Videos bei Youtube im ersten Quartal um rund 48 Prozent gewachsen. Detailzahlen nennt die RTL Group nicht. (sda/dpa/cbe)