Die Fernsehstationen in den USA setzen ihre Preise für Werbezeiten deutlich herab. Im Vergleich zum Vorjahr bekommen die Werbetreibenden in der im Herbst startenden neuen Saison weitaus günstigere Tarife, berichtet das "Wall Street Journal". Das bedeutet für die Sender, die ohnehin schon unter der Wirtschaftskrise leiden, zusätzlichen Druck. Die Preissenkungen sind das Resultat der alljährlichen Verhandlungen zwischen den TV-Stationen und den Werbetreibenden, die bereits im Mai begonnen hatten. In diesem Jahr verliefen die Gespräche besonders zäh, letztlich haben nun jedoch alle vier grossen Networks - CBS, NBC, ABC und FOX - ihre Werberaten zumindest teilweise gesenkt.
Dass die Werbeeinnahmen in der neuen Saison zurückgehen werden, hatten die Sender schon zu Beginn der sogenannten Upfront Season Anfang Mai befürchtet. Niedrigere Werbepreisen bedeuten nun einen herben Schlag für die Fernsehsender, da die Buchungen insgesamt rückläufig sind und vor allem Aufträge aus der Automobilindustrie -- einer der grössten Kunden für TV-Werbung -- stark zurück gegangen sind. Noch laufen diverse Verhandlungen zwischen Networks und Werbekunden. Sollten es bei den gesenkten Preisen bleiben, so wäre es das erste Mal seit dem Jahr 2001, dass alle vier grossen TV-Stationen weitreichenden Reduzierungen im Vergleich zur vorhergehenden Saison zustimmen.
Einzelne Werbetreibende haben sich inzwischen dazu entschlossen, bei den Upfront-Verhandlungen nicht mitzumachen, und wollen die Werbezeiten stattdessen später erst kaufen. Ein Beispiel dafür ist die Computerfirma Hewlett-Packard (HP), wie aus informierten Kreisen zu vernehmen ist. Das Unternehmen wolle in Zeiten der Krise flexibler agieren können. 2008 investierte HP rund 69 Mio. Dollar in Fernsehwerbung. (pte)