TV-Zukunft diskutiert

Bieler Kommunikationstage - ""Es reicht nicht mehr, sich nur über die Inhalte Gedanken zu machen."

An den Bieler Kommunikationstages wurde über die Zukunft des Fernsehens gesprochen. Die Referentinnen und Referenten diskutierten über neue Technologien und strategische Ausrichtungen von Fernsehsendern. Eine neue Studie zum Thema Mediennutzung stellte Isabel Wenger (Mediapulse) vor, welche aufzeigte, dass speziell junge Menschen traditionelle Medien mit modernen ersetzen. "Die Inhalte sind nicht mehr an ein bestimmtes Medium gebunden."

Karlheinz Kögel (Inhaber Thomson Media Control) und Fredy Collioud (Chairman Publicis) referierten über die Reichweite und Notwendigkeit der Werbung, wobei sie erläuterten, dass die Werbung eine Spirale in Kraft setzt, welche die Wettbewerber provoziere, stärker zu reagieren. Collioud erläuterte, dass die Fernsehwerbung durch die Kombination von Bild und Ton immer noch am besten die Einstellungen und Gefühle auf emotionaler Ebene für eine Marke verändern kann. "Die Zukunft gehört dem bewegten Bild, da es Erlebniswelten kreiert, welche diese Veränderung herstellen."

Gibt es in Zukunft noch 'normales', lineares TV?

Die Veränderung des Fernsehens durch neue Technologien war das Thema des Referats von Marco Wanders (Senior Director, Microsoft Mediarooms). "IPTV wird das Fernsehen grundlegend verändern. On Demand und Mobilität personalisieren den Gebrauch", sagte Wanders. Auch der CEO von Swisscom Broadcast, Jean-Paul de Weck nahm zu den neuen Technologien Bezug und sprach über die Erfahrungen mit Handy TV. Flächendeckende Versorgung, Bildqualität und Live Contents sind wichtig für den Erfolg. "Die Qualität muss nicht nur gut sein, sondern hervorragend, um das Kundenbedürfnis zu erfüllen."

Über die Zukunft des linearen Fernsehens sprach Catherine Mühlemann (Teilhaberin Andmann Media Holding), welche die Bedeutung der Konvergenz betonte. "Lineares TV kommt unter Druck und wird sich zu einer Option unter vielen entwickeln." Geoffrey Goodwin (Head of BBC Switch) legte die Ausrichtung der BBC dar, welche unter dem Slogan "Celebrate British Teens" mit Onlinesoaps und Onlineprodukten gezieltTeenager anspricht.

Bei der strategischen Ausrichtung des ORF ist für seinen Direktor Elmar Oberhauser die Information zentral: "Sie ist das Flaggschiff eines jeden öffentlich-rechtlichen Senders." Im Zentrum der Ausrichtung des Schweizer Fernsehens steht die Multiplattform-Strategie. "Es reicht nicht mehr, sich nur über die Inhalte Gedanken zu machen, wir müssen plattformübergreifend zu denken beginnen", sagte Ingrid Deltenre (Direktorin SF).