Twitter fungiert als Werbekanal

Schweizer Medien - Journalisten nutzen das Instrument auch für Medienkritik.

Die Verlagshäuser benutzen Twitter vorwiegend dazu, um auf Berichte in ihren Onlinemedien aufmerksam zu machen. Das zeigt eine von mehreren Vertiefungsstudien zum Jahrbuch 2012 "Qualität der Medien Schweiz", welche am Freitag vorgestellt wurden.

"Twitter ist für die Verlage ein Werbekanal", sagte Mark Eisenegger, Co-Autor des Jahrbuches, vor den Medien in Bern. Vielfältiger nützen allerdings die Journalistinnen und Journalisten das soziale Medium. Diese würden sich auf Twitter auch mit medienkritischen Fragen auseinandersetzen, sagte Eisenegger. So zeigte eine Studie des Forschungsbereichs Öffentlichkeit und Gesellschaft (fög) der Universität Zürich, dass 37,4 Prozent aller Tweets von Journalisten Medienqualität zum Thema haben. Während in den Leitmedien die Medienkritik zu kurz komme, entstehe auf Twitter eine Art Gegenöffentlichkeit, sagte Eisenegger. Leider diffundiere diese Diskussion nicht in die etablierten Informationsmedien.

Eine weitere Vertiefungsstudie zum Jahrbuch 2012 ergab, dass es "Qualitätseinbussen" gibt zwischen den Abonnementszeitungen und ihren jeweiligen Onlineangeboten. Bei "20 Minuten" ist es allerdings umgekehrt. Dort schneidet die Internetausgabe gemäss den Qualitätskriterien des Jahrbuches besser ab als der Pressetitel. (sda/dpa)