TX-Group-Familie Coninx hat weniger Vermögen

Die 300 Reichsten - Um rund 500 Millionen Franken soll das Bankkonto der Erbenfamilie geschrumpft sein, heisst es im Bilanz-Ranking. An der Spitze der reichsten Schweizer gibt es nun einen neuen Namen.

Wachtablösung bei den reichsten Schweizern: Nach 21 Jahren belegt die Ikea-Gründerfamilile Kamprad nicht mehr den ersten Platz. Dieser gehört nun dem in Genf wohnhaften Chanel-Mitbesitzer Gérard Wertheimer, wie das Ranking des am Freitag erschienenen Magazins Bilanz zeigt. Sein Vermögen wird auf 41 bis 42 Milliarden Franken geschätzt. Das sind 3 Milliarden mehr als im letzten Jahr. Damals rangierte Wertheimer noch auf Platz zwei.

Die Ikea-Erben Peter, Jonas und Mathias Kamprad kommen derweil nur noch auf 13 bis 14 Milliarden – nach über 50 Milliarden im Vorjahr – und landen damit auf dem zehnten Platz der Rangliste. Der Grund für diesen Absturz ist eine Neubeurteilung der Vermögenssituation der Söhne von Ikea-Gründer Ingvar Kamprad. Das Vermögen der Familie sei nämlich zu einem grossen Teil in einer Stiftung untergebracht, auf das die Familie gar keinen Zugriff habe, so die Bilanz.

Familie Coninx verliert

Unter der Rubrik «Dienstleistungen» sind auch die Verlegerfamilien aufgeführt. «Dienstleistung ist ein weites Feld. Und hat stets zum Ziel, dem Wohl der Menschheit zu dienen. Also auch dem eigenen», schreibt die Bilanz im Lead.

Die Familie Ringier kommt auf ein Vermögen von 1,5 bis 2 Milliarden Franken – wie im Vorjahr. Auf 1 bis 1,5 Milliarden Franken wird die Familie Coninx (TX Group) eingeschätzt – im Vorjahr waren es noch 1,5 bis 2 Milliarden. Die Bilanz schreibt: «Von der Wachstumsgeschichte, die beim Börsengang Anfang dieses Jahrhunderts erzählt wurde, ist nicht mehr viel übrig: Der Aktienkurs ist eingebrochen.»

Medienunternehmer Jürg Marquard wird ein Vermögen von 400 bis 500 Millionen Franken zugerechnet. «Man sieht ihn leider immer seltener, den schillernden Selfmade-Grossverleger und Business-Spürhund Jürg Marquard (78)», heisst es.

Roche-Familien verlieren Milliarden

Insgesamt ist das Vermögen der 300 reichsten Schweizerinnen und Schweizer 2023 von 821 Milliarden auf 795 Milliarden Franken gesunken. Dieser Rückgang von gut 3 Prozent sei der zweite in Folge, nachdem es davor 13 Jahre nacheinander nur aufwärts gegangen sei.

Tüchtig Federn lassen mussten etwa die Familien Oeri, Hoffmann und Duschmalé: Das Vermögen der Roche-Erben schrumpfte um 4 Milliarden auf 26 bis 27 Milliarden, weil der Pharmakonzern Roche an der Börse an Wert einbüsste. Gleichwohl rangieren die Roche-Familien im Ranking auf dem zweiten Platz.

In die Top Ten geschafft haben es ausserdem unter anderem Klaus-Michael Kühne (24 bis 25 Milliarden) oder die Familien Bertarelli (16 bis 17 Milliarden) sowie Blocher (14 bis 15 Milliarden).

UBS-Präsident neu auf Liste

Neu in die Liste der 300 Reichsten geschafft haben es laut der Bilanz 19 Frauen und Männer. Dazu zählen etwa UBS-Präsident Colm Kelleher (150 bis 200 Millionen) oder Partners-Group-Präsident Steffen Meister (350 bis 400 Millionen).

Allein fünf der Neuzugänge sind laut den Angaben reiche Norwegerinnen und Norweger, die sich in die steuergünstige Schweiz abgesetzt hätten.

Die Bilanz-Rangliste gibt es seit 1989. Anfänglich wurden die 100 Reichsten aufgeführt, mittlerweile sind es die 300 Reichsten. 1989 hatten die 100 Reichsten gemäss der Bilanz-Rechnung ein Vermögen von 66 Milliarden Franken. Heute kommen allein die zwei Reichsten auf ein höheres Vermögen als damals die 100 Reichsten zusammen. (sda/cbe)