Die US-amerikanischen Fernsehanstalten dürfen sich freuen: Mit dem Super Bowl haben sie am vergangenen Sonntag einen neuen Quotenrekord aufgestellt, der alles bisher Dagewesene in den Schatten stellt. Laut Angaben des Senders NBC wurde das Endspiel der Footballmeisterschaft von 111,3 Millionen Zuschauern gesehen. "Das ist der höchste Wert in der Geschichte des amerikanischen Fernsehens", heisst es in einer offiziellen Mitteilung.
Auch in der Schweiz wurde der Super Bowl verfolgt. Das Schweizer Sportfernsehen (SSF) hatte das Spiel live übertragen (persoenlich.com berichtete). Wie Philip Michel, Stv. Programmleiter SSF, auf Anfrage von persoenlich.com sagt, haben im SSF während der Übertragung des Superbowl insgesamt über 179'000 Personen eingeschaltet. 2011 waren es noch 147'000 Personen.
Erfolgreiche Premiere im Web
Der US-Sender NBC freute vor allem der Rekordwert bei den Nutzern von Super-Bowl-Webstreams. Die 46. Ausgabe des Football-Finales wurde erstmals live und kostenlos im Internet übertragen. Bislang hatten der verantwortliche Verband National Football League (NFL) und NBC eher davor zurückgescheut, ein entsprechendes Angebot zur Verfügung zu stellen. Hintergrund war die Befürchtung, dass ein Teil des Publikums vom herkömmlichen TV zum Gratis-Live-Stream ins Netz abwandern könnte. "Der Stream soll eine Ergänzung zur traditionellen Fernsehübertragung sein und kein Ersatz", betonte NBC im Vorfeld.
"Der Live-Stream war in seinem ersten Jahr ein gewaltiger Erfolg", freuen sich nun sowohl NBC als auch NFL. Insgesamt haben nach Angaben des US-Footballverbandes mehr als 2,1 Millionen Menschen die verschiedenen Streaming-Angebote in Anspruch genommen. Dabei wurden rund 78,6 Millionen Minuten Videomaterial über das Web übertragen. Über den SSF Live Stream auf internettv.ch verfolgten laut Philip Michel 31'000 Zuschauer das Spiel.
Hartes Vorgehen gegen illegale Streams
Mit ein Grund für die erfolgreiche Premiere des offiziell abgesegneten Super-Bowl-Streams war sicherlich auch das harte Vorgehen der US-Behörden gegenüber mehreren Internetportalen, die Sportveranstaltungen illegal gratis auf ihren Seiten übertragen haben. So sollen anlässlich des NFL-Finalspiels am Sonntag 16 derartiger Plattformen stillgelegt worden sein. (pte)