Übernahme durch Dogan sehr wahrscheinlich

ProSiebenSat.1 - KEK wird zum Zünglein an der Waage.

Der Final Countdown im Rennen um die Sendergruppe ProSiebenSat.1 hat begonnen. Der türkische Medienkonzern Dogan legte am Dienstag als erster Bieter ein offizielles Angebot vor. Eine konkrete Zahl wurde zwar nicht genannt, die Offerte wird aber in Branchenkreisen als die höchste eingeschätzt. Neben Dogan sind noch zwei weitere Konzerne in der Endrunde gelandet: Ein Konsortium aus den Finanzinvestoren Permira und KKR sowie ein weiteres bestehend aus Apax und Goldmann Sachs. "Es ist noch schwierig abzusehen, wer den Zuschlag bekommt. Ich rechne Dogan allerdings sehr gute Chancen aus", meint Kai-Uwe Weidlich, Geschäftsführer des Medieninstituts Ludwigshafen.

Kartellrechtlich scheine es kein Problem zu geben, die endgültige Entscheidung werde vielmehr von der KEK, der Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich, abhängen, so Weidlich. "Ich bin sehr gespannt und denke, hier wird man ganz genau prüfen, wie es sich mit den Anteilen von Axel Springer verhält." Der deutsche Medienriese hatte sich vor einigen Wochen mit 25 Prozent an der TV-Sparte von Dogan beteiligt. Springer wies jedoch jegliche Behauptungen zurück, es könne sich um einen Übernahmeversuch durch die Hintertür handeln.