Bundesrat Ueli Maurer ging letzte Woche am Verlegerkongress mit den Zeitungsmanagern hart ins Gericht. Der SVP-Haudegen kritisierte in seiner Rede die Medien: "Es wird gepfuscht, vermischt und gekuschelt." Statt mit der Wahrheit der Heuchelei entgegenzutreten, benähmen sich die Medien wie Kurtisanen. Sie bewegten sich im Umfeld der Macht - mal diesem zugetan, mal jenem zugetan, stets dem Kaiser zu gefallen. Die Medien gäben vor, die Kostüme der Professionalität, der Objektivität und der Neutralität zu tragen.
Postwendend folgte die Retourkutsche. In diesen Tagen fördern die hiesigen Medien nicht nur Maurers Defizite im Umgang mit Zeitungen zu Tage. Auch Ursina Maurer griff zur Tastatur und liess ihrem Unmut freien Lauf. Die Bundesratstochter, sie schreibt als Journalistin für die "Werbewoche", spricht in einer "Blick am Abend"-Kolumne Klartext: "Wieso machen denn Politiker so etwas Bescheuertes wie Angriffe unter der Gürtellinie, Lügen innerhalb der eigenen Partei und vor allem politisieren, als wäre die Schweizer Bevölkerung nicht fähig, selbst zu denken?"