Europas grösster TV-Konzern RTL hat 2007 dank eines verbesserten Werbemarktes Umsatz und Gewinn kräftig gesteigert. Der Umsatz hat um 3,2 Prozent auf 5,6 Mrd. Euro zugelegt, unter dem Strich bleiben netto 674 Mio. Euro. Der Betriebsgewinn ist um 5,5 Prozent auf 898 Mio. Euro gewachsen, teilte RTL am Mittwoch in Luxemburg mit.
"2007 war das erfolgreichste Geschäftsjahr in der Geschichte von RTL", sagte Unternehmenschef Gerhard Zeiler. Dazu hätten vor allem Deutschland mit der RTL-Senderfamilie, Frankreich mit M6, die Produktionsfirma FremantleMedia und RTL in den Niederlanden und Belgien beigetragen.
Allerdings: Der Reingewinn brach um 37 Prozent auf 563 Mio. Euro ein. Schuld daran ist eine Kartellbusse. Das Bundeskartellamt hatte im Oktober 2007 ein Busse 96 Mio. Euro gegen RTL verhängt. Die Behörde ordnete die Strafzahlung an, weil der Medienkonzern - wie auch ProSiebenSat.1 - Konkurrenten bei der Vermarktung von Werbezeiten behinderte.
Die deutsche RTL-Senderfamilie hat nach eigenen Angaben beim Zuschaueranteil ihren Vorsprung auf ProSiebenSat.1 auf 4,6 Prozentpunkte erhöht und beim operativen Gewinn um 11,6 Prozent zugelegt. Die französische M6 konnte das operative Ergebnis vor Zinsen und Abschreibungen um 4,9 Prozent steigern.
Vom Glanzresultaten der umsatzstärksten Bertelsmann-Tochter sollen die Aktionäre profitieren: Die Gesamtdividende liegt mit 774 Mio. Euro sogar höher als der Reingewinn. RTL will die Aktionäre mit fünf Euro je Aktie beteiligen, davon sollen 3,70 Euro als Sonderdividende fliessen. (sda)