Unbehagen in Sachen Leutenegger

Jean Frey - Politische Ambitionen stossen nicht nur auf Gegenliebe.

Filippo Leutenegger, seines Zeichens CEO der Jean Frey und Nationalrat, will diese Woche auch noch Präsident der Zürcher FDP werden. Was beim Medienhaus an der Zürcher Förrlibuckstrasse "Unbehagen" auslöse, wie die SonntagsZeitung in ihrer aktuellen Ausgabe schreibt.

"Auf der Redaktion besteht ein grundlegendes Unbehagen", zitiert das Sonntagsblatt einen Redaktor der Weltwoche. Das merke man beispielsweise an der Nichtbeachtung des Präsidium-Wahlkampfes zwischen Leutenegger und der Stadtzürcher FDP-Parteipräsidentin und PR-Frau Doris Fiala in der Weltwoche. "Hätten wir gegen Leutenegger geschrieben, hätte es geheissen, wir probten den Aufstand. Hätten wir Leutenegger unterstützt, lautete der Vorwurf, er hätte uns bestellt".

Grosse Vorbehalte gegenüber Leuteneggers Engagement in der Politik hatte gemäss SoZ auch Jean Frey-VR und Verleger der Berner Zeitung, Charles von Graffenried. Unabhängigkeit sei unabdingbar für ein Verleger, so sein Credo. Vergebens, wie VR-Mitglied und Jean Frey-Konzernanwalt Martin Wagner gegenüber der SoZ erklärte: Der VR habe "nach kurzer Besprechung keine Einwände" gegen eine Kandidatur des CEO fürs Zürcher Präsidium gehabt.