Undurchsichtige Internetstrategie

SF - Online-Angebot von "Glanz&Gloria" soll stark ausgebaut werden.

Die Radio- und Fernsehverordnung ist derzeit in Revision. Das Schweizer Fernsehen ist bereits gewappnet, sollte diese zu ihren Gunsten revidiert werden. Dann könnte das SF nämlich anstelle von Eigenwerbung richtige Werbespots vor den Sendungen auf ihrem Video-Portal schalten. Und dies würde gut verwendbare, neue Einnahmen generieren. Die ersten Schritte wurden wohl schon unternommen: Wie das Newsnetz am Dienstag berichtete, suchte das Schweizer Fernsehen kürzlich per Inserat nach zusätzlichen Onlineredaktoren für "Glanz & Gloria". Insgesamt sollen sechs bis acht zusätzliche Redakteure zum Einsatz kommen. Bisher war lediglich eine Person für den Onlinebereich verantwortlich.

Der Ausbau entspreche der "konsequenten Weiterführung der Internetstrategie des SF. Und zwar innerhalb des uns gesetzten Rahmens", bekräftigte SF-Pressesprecher Marco Meroni gegenüber dem Newsnetz. Dieser Rahmen gibt dem SF vor, nur begleitende Leistungen zum vorhandenen Fernsehangebot bereitzustellen. Doch braucht es dafür sechs bis acht Personen? Steckt da nicht mehr dahinter? Generell sei es dem SF nur erlaubt, seine am Fernsehen behandelten Themen im Internet zu vertiefen und zu ergänzen, hält Bakom-Sprecherin Deborah Murith fest. Das Bakom ist darum erstaunt, dass SF für einen solchen Internetauftritt acht Personen einsetzen möchte. Man werde diese Entwicklung deshalb genau beobachten.

Beim Verband Schweizer Presse wehrt man sich entschieden gegen das Vorauseilen der gebührenfinanzierten Konkurrenz. Die Verleger befürchten, die SRG könnte ihren Onlineportalen das Wasser abgraben. "Unsere Haltung ist nach wie vor dieselbe: Das SF darf das Internet lediglich als weiteren Verbreitungskanal gebrauchen", sagte Verleger Norbert Neininger gegenüber dem Newsnetz. Sprich: Es dürfen nur Inhalte gezeigt werden, die eigens für das Fernsehen zusammengestellt wurden. Ohne Sponsoring oder Werbung.