Der Sender Radio Fribourg hat laut den "Freiburger Nachrichten" mit Geldproblemen zu kämpfen. In einem internen Papier wurden die Mitarbeiter im vergangenen Dezember um einige Tage Geduld gebeten in Zusammenhang mit der Auszahlung der Löhne. Aufhorchen lässt in dem Schreiben die Bezeichnung "momentaner Liquiditätsengpass". Inzwischen wurden die Gehälter überwiesen. Unklar bleibt jedoch, ob der Engpass andauern wird.
Gut unterrichtete Kreise sagten gegenüber den FN, dass die Rechnung 2009 von Radio Fribourg erneut negativ ausfallen wird. Einerseits gingen die Werbeeinnahmen deutlich zurück statt den budgetierten 3,5 Millionen Franken waren es noch 2,73 Millionen , andererseits hat der Sender aber im vergangenen Jahr dank dem neuen Gebührensplitting vom Bund 2 Millionen Franken bezogen. Zuvor war es jeweils bloss eine halbe Million.
Da sich an der Lohnsumme nichts geändert hat, also keine neuen Stellen geschaffen wurden und den Angestellten gar noch Weiterbildungsbeiträge gestrichen wurden, bliebe theoretisch ein Betrag von 700'000 Franken übrig. Die grossen Investitionen in Studios und Übertragungswagen hat Radio Fribourg schon bis 2008 getätigt. Schon 2008, einem für Medien allgemein nicht schlechten Jahr, hat der Sender einen Minusbetrag von knapp 150'000 Franken verzeichnen müssen.
Die Belegschaft von Radio Freiburg/Fribourg ist angesichts der finanziellen Lage verunsichert. Einige Angestellte machen sich Sorgen um ihren Job. Der Verwaltungsratspräsident von Radio Fribourg, Damien Piller, beruhigt jedoch: "Es steht um unsere Finanzen nicht so schlecht, dass wir Leute entlassen müssten."
Die FN haben Damien Piller, den Verwaltungsratspräsidenten von Radio Freiburg/Fribourg, mit den Resultaten der FN-Recherchen konfrontiert. Piller kann damit nicht viel anfangen. "Wir haben weniger Geld verdient, aber die Probleme sind lösbar", erklärt der Freiburger Anwalt. Um wie viel die Werbeeinnahmen zurückgegangen sind, will er vor der Verwaltungsratssitzung vom Montag nicht sagen. Auch in Zukunft sollen zwei Direktoren das Radio führen, allerdings mit unterschiedlichen Aufgaben. "Der neue Direktor wird sich um die administrativen Dinge kümmern. Im Übrigen hatten wir 21 gute Bewerbungen für den Posten", meint Piller. Die Bipolarität Deutsch-Französisch liege ihm sehr am Herzen, deshalb werde das Co-Direktoren-System bleiben.