Unterhaltung auf akademischem Niveau

- Mit Studiversum erscheint kommende Woche ein Studentenmagazin, das schweizweit neue Massstäbe setzen will. Statt mit der Vermittlung akadmischer Inhalte wollen deren Macher den Campus mit Service, Lifestyle und Ausgehtipps erobern. Hinter dem ehrgeizigen Projekt steht die Marketingagentur Studimedia GmbH, deren Portal studisurf.ch innerhalb weniger Jahren zur führenden Hochschul Plattform aufstieg. "persoenlich.com" sprach mit Geschäfsleiter Patrick Mollet über die Erfolgsaussichten des Magazins. Das Interview:

An den Unis liegt eine Unmenge von Gratismagazinen auf. Kaum einer liest sie. Weshalb wird Ihr Magazin Erfolg haben?

Wir heben uns von den bestehenden Publikationen ab, weil Studiversum das erste universitätsübergreifende Magazin ist, das von Studenten für Studenten produziert wird. Weil unsere Redaktoren zugleich an den Hochschulen engagiert sind, kennen wir unsere Zielgruppe sehr genau. Wir sprechen ein junges Publikum an, das wir auf akademischem Niveau unterhalten wollen.

Erklären Sie uns, welche Ihrer Inhalte den Unterschied ausmachen.

In unserem Magazin finden Services rund um den Universitätsbetrieb sowie aktuelle Beiträge aus der Wissenschaft und Forschung Platz. Zugleich behandeln wir auf unterhaltende Weise Themen, für die sich Studenten interessieren. In der ersten Ausgabe greifen wir in der Titelgeschichte die "Studiart" auf, wir gehen den Vorurteilen und den Selbstbildern der Studierenden auf den Grund. Wohl als einziges Studentenmagazin hat es bei uns auch Platz für Lifestyle- und People-Geschichten. Wir interviewen berühmte Studenten wie die Nationalrätin Pascal Bruderer.

Titel Ihrer ersten Ausgabe lauten etwa "Sind Studenten ohne Brille wirklich Studenten?", oder "Kaffee: Studentengetränk Nr. 1 ist gesundheitsschädigend". Sind dies wirklich Themen, die Ihrer Zielgruppe unter den Nägeln brennen?

Wir sind keine Tageszeitung und haben deshalb nicht den Anspruch Themen aufzugreifen, die einen direkten Einfluss auf das Leben der Studenten haben. Der akademische Unterhaltungswert steht bei uns im Vordergrund.

Sie umgehen bildungspolitische Themen und konzentrieren sich auf die Unterhaltung. Ist dies für ein studentisches Magazin nicht gar anspruchslos?

Dies ist keineswegs so. Wir sind gezwungen uns daran zu orientieren, was die Studenten an allen Universitäten und Fachhochschulen interessiert. Politisch sind wir neutral und verfolgen auch keine bildungspolitischen Ziele. Doch auch wenn die erste Ausgabe noch keine hochschulpolitischen Artikel aufweist, werden wir durchaus auch entsprechende Themen aufnehmen. Welche Inhalte unsere Leser von uns wünschen, werden wir überdies nach der Herausgabe der ersten Nummer sehr genau analysieren und uns entsprechend weiterentwickeln.

Was bietet Ihr Magazin ausser Unterhaltung?

Unser Serviceteil weist einen grossen Informationsgehalt auf. Wir zeigen etwa in der ersten Ausgabe auf, wie Studenten Stipendien erhalten. Daneben profitieren unsere Leser von Konsum- und Ausgehtipps.

Studiversum ist nach eigenen Angaben "das Schweizer Studentenmagazin". Produziert wird es aber von einer gewinnorientierten Marketingagentur. Ist diese Bezeichnung nicht ein wenig vermessen?

Nein, unsere Agentur ist keine gewöhnliche Firma. In unserer Agentur, der wir vor einem Jahr einen professionellen rechtlichen Rahmen gegeben haben, arbeiten ausschliesslich Studenten. Vom Graphiker über den Fotographen bis hin zu den Redaktoren sind alle Angestellten an Hochschulen immatrikuliert. Das gleiche gilt für die Verlagsseite. In unserer vierköpfigen Geschäftsleitung sitzen je zwei aktuelle und zwei ehemalige Studenten.

Wie wird Ihr Magazin finanziert?

Studiversum wird ausschliesslich über Inserate finanziert, wir erhalten auch keine staatliche Unterstützung.

Ihr Magazin startet mit einer Auflage von 30'000 Exemplaren. Verfolgen Sie eine Wachstumsstrategie?

Wir wollen wachsen, haben aber zu Beginn bewusst keine breitere Verteilung gewählt. Uns stellt sich das Problem, dass die Fachhochschulen dezentral organisiert sind und es entsprechend schwierig ist, deren Studenten zu erreichen. Dennoch: Gemessen an unserer Auflage sind wir schon jetzt die zweitgrösste Publikation im studentischen Umfeld. Mittelfristig peilen wir eine Auflage von 50'000 Exemplaren an.