In den vergangenen Wochen suchte die "Basler Zeitung" in Inseraten neue Journalisten sowohl für Print als auch Online. Doch offenbar werden Journalisten auch direkt angesprochen. So ist etwa aus der Redaktion des "Tages-Anzeiger" zu hören, dass dort gleich mehrere Personen von der BaZ angesprochen worden seien. Doch damit nicht genug: BaZ-Verleger Martin Wagner sei auch auf der Suche nach einem neuen Chefredaktor (anstelle von Matthias Geering, der seit Anfang 2007 im Amt ist). Es wird kolportiert, dass er deshalb gar versucht habe, Markus Somm, den stellvertretenden Chefredaktor der "Weltwoche", ans Rheinknie zu lotsen.
Darauf angesprochen lacht Martin Wagner laut auf und witzelt dann: "Wahrscheinlich bin ich auch noch auf der Suche nach einem neuen Verleger." Ernsthafter fügt er hinzu: "Nein, wir suchen keinen Chefredaktor." Auch von einem Versuch, Somm bei der "Weltwoche" abzuwerben, will er nichts wissen. "Das ist nicht der Fall. Zudem wäre es komisch, wenn ich dies tun würde schliesslich bin ich ja auch Verwaltungsratspräsident der Weltwoche Verlags AG!"
Dass die BaZ andere "gezielte Abwerbeversuche" vornehme, dementiert Wagner ebenfalls. Richtig sei aber, dass derzeit das BaZ-Redaktionsbudget nicht voll ausgeschöpft sei und die BaZ generell Verstärkung suche. Als Beispiel nennt er Volker Strohm, stellvertretender Chefredaktor des Anlegermagazins "Stocks", der im Herbst die Leitung des BaZ-Wirtschaftsressorts übernehmen wird. Zudem wolle die BaZ auch den Onlinebereich ausbauen. "Wir möchten dem Newsnetz mehr Basler Inhalte zuführen", sagt Wagner.
Im Gespräch mit Wagner bringt persoenlich.com noch ein zweites Thema auf den Tisch: Den Jahresabschluss der Basler Zeitung Medien, der traditionell auf den 30. Juni fällt. "Das haben wir geändert", sagt Wagner, "wir haben das Geschäftsjahr verlängert bis Ende 2010." Deshalb werde es jetzt keinen Abschluss über die letzten 12 Monate geben, sondern ausnahmsweise einen über 18 Monate, vom 1. Juli 2009 bis zum 31. Dezember 2010. "Wenn ich habe Tito Tettamanti versprochen, dass wir Ende 2010 schwarze Zahlen schreiben werden." So wie es derzeit aussehe, sei die BZM auf Kurs, fügt der Verleger an. "Das Unternehmen ist stabil, Erträge und Liquidität sind okay und die Banken sind bei der Stange." Weitere Kommentare oder genauere Zahlen wollte Wagner jedoch nicht preisgeben.
(Text: Markus Knöpfli)