Unterstützung via Facebook erhalten

SRG - Petition will "dem Publikum eine Stimme geben".

Im Sommer wird der Bundesrat über die künftige Finanzierung der SRG entscheiden. Wegen ihrem Riesendefizit (220 Millionen Franken für die Jahre 2007-2011), ihrem Ruf nach höheren Gebühren und dem Wunsch nach Werbung auf ihren Onlineportalen steht das Radio- und TV-Unternehmen derzeit aber unter Druck. Politiker und Verleger wollen ihr ein Sparprogramm verordnen. Auch das Einstellen ganzer Programme wird diskutiert.

Nun meldet sich aber auch ein Verein "Pro SRG – das volle Programm" zu Wort. Dieser will erklärtermassen «die Vielfalt der SRG-Programme unterstützen". Dies geschieht zum einen mit einer Online-Petition "SRG - ich will das volle Programm!", mit dem man sich für den Erhalt der bisherigen Programme stark machen kann. SRG-Unterstützer können sich zudem via Website das-volle-programm.ch zu einer Fangemeinde auf Facebook formieren und dort der Welt mitteilen, welche Sendung ihnen besonders am Herzen liegt.

Das SRG-Programm sei vielfältig und biete jedem etwas, heisst es auf der Website. Doch nun drohe ein Programm-Abbau, zumal das breite Programmangebot politisch bekämpft werde. "Deshalb muss die Vielfalt und Qualität im SRG-Programm unterstützt werden." Dies soll gemäss "Pro SRG" über "eine moderate Erhöhung der Gebühren" geschehen.

Wer hinter dem "politisch neutralen Verein" steht, der offenbar am 29. April gegründet wurde, ist allerdings unklar. Auf der Website hatten sich zwar bis gestern Abend rund 100 Personen eingetragen, doch wer Präsident oder Aktuar des Vereins ist, geht daraus nicht hervor. Die Statuten sind zwar downloadbar, aber nicht unterschrieben.

Klar ist, dass der Verein unter anderem von der SRG Deutschschweiz, eine der vier Regionalgesellschaften der SRG, unterstützt wird. Sie wird der nächsten Ausgabe ihrer Mitgliederzeitung LINK einen Fragebogen beilegen, wie sie gestern mitteilte.

Nicht involviert ist aber das Unternehmen SRG selbst, wie Mediensprecher Daniel Steiner gegenüber "persoenlich.com" erklärte. Gemäss seinen Informationen hätten aber gewerkschaftlich organisierte SRG-Mitarbeitende den Verein zumindest mitbegründet. Er selbst habe jedenfalls eine Mitteilung vom SSM (Schweizer Syndikat Medienschaffender) erhalten. Tatsächlich hat sich SSM schon im März darüber Gedanken gemacht, wie der "service public der SRG" zu verteidigen sei. Dies ist auf der Website nachzulesen. Gestern Abend war aber beim SSM niemand mehr erreichbar.

(Text: Markus Knöpfli)