Die Journalistenorganisationen comedia und impressum üben Kritik an der neuen "Regelung der Urheberrechte" von Axel Springer Schweiz. Ihrer Ansicht nach berücksichtigt das Medienhaus wesentliche Anliegen der freien Journalistinnen nicht: Noch immer müssten zeitlich unbegrenzt praktisch alle Mehrfachnutzungsrechte entschädigungslos abgetreten werden, monieren die Journalistenverbände.
Die freien Journalisten von Axel Springer erhalten in diesen Tagen eine neue Version der "Regelung der Urheberrechte" per Post . Dies nachdem das Medienhaus eine erste Version bereits im Mai ausgesandt hatte. Viele Freie waren in der Folge nicht bereit, diese Regelung zu unterzeichnen und schalteten die Arbeitnehmerverbände ein. Axel Springer zeigte sich daraufhin bereit, den impressum und comedia zu einer Aussprache zu treffen ("persoenlich.com" berichtete).
Das Resultat der Gespräche befriedigt die Arbeitnehmervertreter jedoch nicht: Zwar seien einige Passagen korrigiert worden, insbesondere jene, welche die Persönlichkeitsrechte der Freien einschränke. Aber: "Die neue Version erfüllt einige wesentliche Anliegen der freien Journalistinnen und Journalisten immer noch nicht, insbesondere hinsichtlich der Entschädigungsfrage".
Axel Springer lehnt nun laut comedia und impressum weitere Gespräche ab. Aus diesem Grund geben die Journalistenverbände den Freien keine Empfehlung ab, ob sie die Verträge unterschreiben sollen oder nicht. Die Verweigerung der Unterschrift berge das Risiko eines Auftragsrückgangs. Impressum und comedia stellen nun denjenigen Freien, welche die neue Regelung unterzeichnen wollen, ein Muster-Begleitschreiben zur Verfügung. So könnten die Freien unter anderem ihr Einverständnis immerhin zeitlich beschränken.