US-Internetfirma steht in Paris vor Gericht

Google - Proteste fruchten in den USA.

Auf Klage französischer Verlage steht die US-Internetfirma Google seit Donnerstag wegen der Digitalisierung von Büchern vor Gericht. In dem Verfahren wird Google Fälschung vorgeworfen, weil der Konzern ohne Genehmigung Bücher elektronisch vervielfältigt haben soll. Google hatte 2005 mit der Digitalisierung von Büchern begonnen, um im Internet eine weltweit zugängliche Grossbibliothek bereitzustellen. Vor Gericht gezogen sind der französische Verband SNE, der 530 Verlage vertritt, und der Schriftstellerverband SGDL.

Der Verlegerverband SNE erklärte, alle Mitglieder stünden inzwischen hinter der Klage. "Wir glauben, dass wir nach französischem Recht jeden Grund haben, gegen Google vor Gericht zu bringen." Der Prozess fällt in eine neu entflammte Debatte um Google in Frankreich. Anlass sind Gespräche zwischen Google und der französischen Nationalbibliothek über die Digitalisierung ihrer Bestände. Die Bibliothek verweist darauf, dass Google das kostenlos anbietet, während sie selbst dafür nicht die Mittel habe.

In den USA hatte Google mit den Verleger- und Autorenverbänden jüngst eine Einigung über die Digitalisierung gefunden, die eine Aufteilung der Einnahmen aus der Verwertung der Buchbestände vorsieht. Doch das Justizministerium hat dagegen wegen urheber- und wettbewerbsrechtlichen Bedenken Einspruch erhoben. Gleichzeitig forderte Washington die Beteiligten aber auf, weiter über eine gütliche Lösung zu verhandeln. Der Geschäftsführer des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Alexander Skipis, gab sich deshalb am Donnerstag zuversichtlich, dass es auch bei der EU-Kommission, die das "Google-Settlement" akzeptierte, einen Gesinnungswandel gebe. Der Schweizerische Buchhändler- und Verlegerverband (SBVV) hat zusammen mit anderen europäischen Verbänden Anfang September beim zuständigen New Yorker Gericht eine Protestnote eingereicht. (sda)