Moderne Kommunikation und Internet haben ihm den Weg ins Weisse Haus geebnet - doch jetzt musste US-Präsident Barack Obama zugeben, den Kurzmitteilungs-Dienst Twitter noch nie selber genutzt zu haben. "Ich habe noch nie getwittert", räumte er am Montag vor Studenten während seiner Asienreise in Shanghai ein. "Meine Finger sind zu ungeschickt, um Sachen ins Telefon zu tippen", sagte er auf die Frage, ob Twitter in China frei zugänglich sein sollte.
Mit dem Dienst können maximal 140 Zeichen lange Textbotschaften übers Internet versendet werden. Als Obama am 9. Oktober den Friedensnobelpreis erhielt, hiess es in der Obama-Twitter-Raktion kurz und bündig: "Humbled." Damit ist nun klar, dass auch diese prägnante Botschaft, die von Obamas Virtuosität im Umgang mit den neuen Medien zeugen soll, aus dem präsidentiellen Umfeld stammt. "Hey there! BarackObama is using Twitter" - wie es dort heisst, stimmt damit nicht. Obamas Twitter-Seite gilt als eine der populärsten - 2,6 Millionen Menschen "folgen" ihm.
In US-Blogs zeigte sich mancher dann doch enttäuscht über die Enthüllung: "Ich weiss, es ist dumm zu denken, dass jemand, der so beschäftigt ist wie Präsident Obama von Zeit zu Zeit ein "Tweet" (Twitter-Botschaft) raushaut. Wenn es aber stimmt, dass er es noch nie benutzt hat, wäre es offener gewesen, das etwas früher zu erfahren", schrieb jemand im Blog "Marketing Pilgrim".
Ungeachtet der persönlichen Lücke bei der Anwendung sozialer Medien betonte der Präsident aber ihre Bedeutung für die Meinungsfreiheit: "Ich glaube sehr an die Technologie, und ich glaube sehr an Offenheit, wenn es um den Fluss von Informationen geht", sagte er. "Ich glaube, je freier Informationen fliessen, desto stärker wird eine Gesellschaft, weil die Bürger rund um die Welt ihre Regierung zur Verantwortung ziehen können", betonte der Präsident. (sda)