Der US-Nachrichtensender CNN fürchtet das soziale Netzwerk Facebook mehr als den Konkurrenzsender Fox News. Das sagte CNN-Präsident Jon Klein im Zuge des Bloomberg BusinessWeek Media Summit in New York. Auf den Wettbewerber Fox News angesprochen, antwortete Klein: "Die Konkurrenz, die ich wirklich fürchte, sind soziale Netzwerke. Wir wollen die vertrauenswürdigste Quelle sein, aber auf Facebook verlassen sich Leute auf ihre Freunde als Nachrichtenquelle." Er sei besorgter über die 500 Millionen Facebook-User als über die zwei Millionen Fox-Zuschauer, so der CNN-Präsident.
Die Kabelsender fechten seit geraumer Zeit ihren Nachrichtenkrieg untereinander aus. Klein betonte daher auch, dass CNN im vergangenen Jahr das beste Ergebnis überhaupt verzeichnet habe. Ausserdem würden zehn Prozent mehr Zuseher CNN einschalten als Fox News. Das Publikum des konservativen Konkurrenten würde allerdings etwas länger dran bleiben, räumte der CNN-Chef ein. Ausserdem sieht Klein den vielstrapazierten Begriff "Synergie" offenbar etwas überbewertet. Häufig würden damit Illusionen verbunden. "Wir lernen langsam, mit den Unterschieden zwischen Kabelfernsehen und Online umzugehen."
CNN US soll in Zukunft die Hauptquelle für Onlinevideoangebote sein - etwa weil Geschichten, die im TV zu wenig beachtet werden, im Web mehr Aufmerksamkeit generieren könnten. "Ein Grund, weshalb wir unseren Gewinn in den vergangenen vier Jahren verdoppeln konnten, ist die Kooperation mit verschiedenen Partnern in aller Welt", so Klein weiter. Er sprach darüber wie etwa das Kabelnetzwerk von Time Inc seine Verknüpfungen mit Time.com nutzen könne, um den Traffic über CNN-Webseiten zu steigern. (pte)