US-Sender will Hunderte Stellen abbauen

ABC - Abfindungen und Entlassungen geplant.

Die Medienkrise in den USA trifft auch das Fernsehen: In der Nachrichten-Abteilung des Fernsehsenders ABC sollen 300 bis 400 der rund 1400 Stellen wegfallen, berichtete die "New York Times" am Dienstag. Den betroffenen Mitarbeitern sollen Abfindungen gezahlt werden, notfalls seien aber auch Entlassungen geplant. Die Stellenstreichungen seien seit Wochen befürchtet worden und Zeichen der immer grösseren Finanznot der Nachrichten- Abteilungen der Fernsehsender, schrieb die Zeitung weiter.

In einer Mitteilung an die Beschäftigten schrieb der Präsident von ABC News, David Westin, die "Umwandlung" werde eine schlankere, kleinere Nachrichten- Abteilung hervorbringen. "Es ist an der Zeit, zu überdenken, was wir tun", hiess es darin. In Zukunft wolle sich der Sender stärker auf "digitale Journalisten" stützten, die ihr Material zum grössten Teil selbst produzieren, aufnehmen und bearbeiten. Durch die Konkurrenz der Kabelsender, des Internets und durch verändertes Verbraucherverhalten verlieren Nachrichtensendungen der grossen Sender wie ABC oder CBS seit Jahrzehnten Zuschauer.

CBS News hatte erst zu Monatsbeginn mit dem Abbau Dutzender Stellen begonnen. Besonders betroffen von der Krise sind aber die Zeitungen. Wegen der Werbeflaute und sinkenden Auflagen musste in den vergangenen Jahren bereits eine ganze Reihe von US-Zeitungshäusern Insolvenz anmelden. Unter Gläubigerschutz versuchen einige einen Schuldenabbau und Neustart. Zudem bauten bereits viele US-Blätter Stellen ab, reduzierten die Zahl ihrer Ausgaben oder erscheinen nur noch im Internet. Einige mussten ganz dicht machen. (sda)