Investigativer Journalismus erfordert Zeit und Geld. Deshalb kommt er in wirtschaftlich unter Druck stehenden Medien oft zu kurz. Die Duke-University in den USA hat mit dem "Reporter's lab" jetzt ein Projekt ins Leben gerufen, das Journalisten die Mittel an die Hand geben will, ihre Arbeit schneller zu erledigen. Die Leitung der Initiative übernimmt die Pulitzer-Preisträgerin Sarah Cohen. Technische Hilfsmittel
Sarah Cohen hat zusammen mit anderen Journalisten 2002 den Pulitzer-Preis für investigativen Journalismus bekommen. In der Geschichte, die ihr den Preis einbrachte, ging es um verschwundene Kinder. Im Zuge ihrer Recherche mussten die Journalisten 15 Kisten mit Dokumenten durchforsten. Das dauerte sechs Monate. So viel Zeit bekommen nur noch wenige Journalisten von ihren Arbeitgebern. Mit der Unterstützung entsprechender Software hätte dieselbe Arbeit in vier Monaten erledigt werden können, schreibt Sarah Cohen in ihrem Blog. Deshalb hat sie das Media Lab gegründet.
Auf der neuen Plattform wird Software für Journalisten unter Open-Source-Lizenzen allgemein zugänglich gemacht. Die Finanzierung übernimmt die Duke-University. Eines der ersten Programme, die im "Reporter's Lab" zur Verfügung gestellt werden, ist "TimeFlow". Die Software hilft Journalisten dabei, ihre Unterlagen bei langwierigen Recherchen zu organisieren. "Timeflow" wurde schon 1'500 Mal heruntergeladen. (pte)