USA fällt in weltweitem Ranking stark zurück

Pressefreiheit - Im Westen nimmt generell Pressefreiheit ab.

Nordkorea ist auch in diesem Jahr Schlusslicht der heute veröffentlichten vierten Rangliste zur weltweiten Situation der Pressefreiheit von Reporter ohne Grenzen (167. und letzter Rang). Dies berichtet journalisten.ch. Es folgen Eritrea (166.) und Turkmenistan (165.).

Westliche Demokratien mussten einige Ränge in Vergleich zum Vorjahr einbüssen. So sind die USA um über 20 Ränge zurückgefallen (44./23.); vor allem weil der Quellenschutz zunehmend untergraben wird. So trug auch die verhängte Beugehaft gegen New York Times-Reporterin Judith Miller zur negativen Bewertung bei. Kanada hat sich ebenfalls um einige Plätze verschlechtert (21./18.). Auch hier wurden der Schutz von Informanten geschwächt und Journalisten mitunter zu Handlangern der Justiz gemacht. Frankreich ist von Rang 19 auf Platz 30 zurückgefallen. Hier wurden Redaktionsräume durchsucht, Journalisten verhaftet und sowie die Liste von Pressedelikten erweitert. An der Spitze der Rangliste stehen wie schon im vergangenen Jahr die nordeuropäischen Länder (Dänemark, Finnland, Irland, Island, Norwegen, Niederlande). Dort ist die Pressefreiheit fest verankert. Die zehn Erstplatzierten sind europäische Länder. An der Spitze der anderen Kontinente stehen Neuseeland (12.) für Australien/Neuseeland, Trinidad und Tobago (12.) für Amerika, Benin (25.) für Afrika und Südkorea (34.) für Asien.

Auch zahlreiche Länder, die erst in den vergangenen Jahren unabhängig oder wieder unabhängig wurden, respektieren die Pressefreiheit. Damit widerlegen sie die häufig aufgestellte Behauptung, der Aufbau einer Demokratie dauere Jahrzehnte. Neun Staaten aus dieser Gruppe sind unter den ersten 60: Slowenien (9.), Estland (11.), Lettland (16.), Litauen (21.), Namibia (25.), Bosnien-Herzogowina (33)., Mazedonien (43.), Kroatien (56.) und Ost-Timor (58.).

In Ost- und Zentralasien sowie im Nahen Osten ist es am schwierigsten, unabhängig zu berichten. In Myanmar (163. Rang), China (159.), Vietnam (158.), Usbekistan (155.), Afghanistan (125.), dem Irak (157.), Syrien (145.) und dem Iran (164.) etwa verhindern repressive Regierungen oder gewalttätige Übergriffe bewaffneter Gruppen oftmals eine freie Berichterstattung.

Der Irak ist wegen der zunehmend unsicheren Situation für Journalisten weiter in der ROG-Rangliste abgerutscht (157. Rang /2004: 148.). Seit Kriegsbeginn im März 2003 sind dort insgesamt 72 Journalisten und Medienmitarbeiter getötet worden. Allein in diesem Jahr waren es 24 Medienleute.