11.02.2013

SRF

Verfahren gegen "The Voice"

Weil "The Voice"-Coach Stress in der Sendung sein Modelabel präsentiert.

"Das Bundesamt für Kommunikation (Bakom) hat mit Blick auf die Einhaltung der Werbe- und Sponsoringbestimmungen bei 'The Voice of Switzerland' ein Aufsichtsverfahren gegen die SRG eröffnet", sagt Bakom-Jurist Michael Stämpfli gegenüber dem "SonntagsBlick". Seit die Show am Schweizer Fernsehen läuft, trägt "The Voice"-Coach Stress immer dieselbe Jacke des Modelabels Bear Inc. – das pikanterweise ihm selber gehört. Bei SRF ist bereits ein Fragenkatalog vom Bakom zu Schleichwerbung eingetroffen – neben dem erwähnten Verfahren. "SRF nimmt die Eröffnung des Aufsichtsverfahrens zur Kenntnis", sagt SRF-Sprecher Martin Reichlin. Zu laufenden Verfahren nehme das SRF aber grundsätzlich keine Stellung. Ausser: "SRF ist der Überzeugung, dass mit der Deklaration von Seat und Bear Inc. die Werbe- und Sponsoringbestimmungen nicht verletzt wurden."

Da könnte man sich beim SRF täuschen: Der Autohersteller wird am Anfang von "The Voice" als Produkte-Sponsor deklariert, Bear Inc. jedoch nicht. Dies verstosse gegen Artikel 10 Abs. 3 des Radiound Fernsehgesetzes, wie der "SonntagsBlick" weiter schreibt.

Doch wie geht es nun weiter? "Die SRG muss die Verträge mit den beteiligten Partnern offenlegen, also ob und wie viel Geld fliesst", sagt Jurist Stämpfli. Die Massnahmen bei einer Rechtsverletzung können bis zum Konzessionsentzug reichen. Wahrscheinlicher sind aber die Ablieferung der Einnahmen oder die Behebung des Mangels. Dumm nur, dass die nächsten vier "The Voice"-Folgen bereits gedreht sind. Die letzte Blind Audition am Mittwoch wird somit nochmals zur Dauerwerbesendung für Stress’ Modelabel.

Ob er seine Jacke auch in den folgenden Battles trägt, verschweigt das SRF. Ein Nachdreh ist kaum möglich: Stress ist laut der Zeitung bis am 25. Februar in den Ferien. (Sonntagsblick)


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