In einer Rede am Kongress des Verbandes Schweizer Presse in Montreux wandte sich Bunderätin Eveline Widmer-Schlumpf an die versammelten Schweizer Verleger und teilte mit ihnen ihre ersten Erfahrungen mit den Medien in Bern. An einem Point de Presse vor ihrem Büro seien die Medienschaffenden ihr sehr nah gekommen - "geschätzte 20 Zentimeter". Ganz so eng müsse das Verhältnis zwischen Medien und Politik nicht sein, sagte Widmer-Schlumpf gemäss Redetext.
"Eine Armlänge - so das Bild, das die Distanz gesunder Geschäftsbeziehungen in der Wirtschaft beschreibt - ist auch zwischen Politik und Medien angemessen." Weiter machte sie sich Gedanken über ihre Rolle als Teil der Regulationsbehörde und demjenigen der Verleger als Unternehmen.
Sie forderte dazu auf, die Qualität im Schweizer Journalismus weiter hoch zu halten. "Warum? weil wir in Zukunft noch viel weniger davon ausgehen können, dass Gelesenes, Gehörtes, Gesehenes wahr ist." Künftig "werden wir viel mehr als heute auf die Quellenangabe angewiesen sein".
Der Staat werde seine Verantwortung wahrnehmen, die Medien bei der Erhaltung der Qualität zu unterstützen. So getan mit der der Anpassung des Urheberrechts. "Ich rufe Sie auf, im harten Konkurrenzkampf weiterhin auf oder wieder auf bewährte Qualitätsmerkmale und journalistische Grundsätze zu setzen." (sda)