Verkaufserfolg mit Kleinformaten

Qualitätszeitungen - Dafür Weniger Werbeeinnahmen.

Der Trend grossformatiger Qualitätszeitungen auf das handliche Kleinformat umzusteigen zieht weltweit immer grössere Kreise. Die europäische Ausgabe des renommierten US-Blatts The Wall Street Journal wird bald dem Beispiel ihrer englischen Konkurrenz The Times und The Independent folgen, berichtet Le Figaro.

Bis auf wenige Ausnahmen hat sich die Umstellung des Formats insgesamt positiv auf die Verkaufszahlen ausgewirkt. Laut einer Studie der International Newspaper Marketing Association (INMA) gibt es jedoch auch Nachteile, die sich in niedrigeren Werbeeinnahmen äussern.

Vor allem US-amerikanische Tageszeitungen, die stark von Werbeeinnahmen abhängig sind, scheuen das Risiko auf ein kleines Format umzusteigen. Die Studie der INMA bestätigt diese Befürchtung, sanken 2003 die Werbetarife der Tageszeitungen, die dem Grossformat den Rücken gekehrt haben, doch im Schnitt um 25 Prozent. Dafür konnten die Verkaufszahlen erhöht werden. Vor allem aber hat die Umstellung dazu geführt, dass sich mehr jüngere und weibliche Leser unter dem Leserpublikum finden.

Bis 2006 rechnet die INMA damit, dass in Lateinamerika, Australien und China das Kleinformat vorherrschend sein wird. Ausser in Deutschland, wo nur die Welt eine kleinformatige Ausgabe zusätzlich herausgibt, wird dies auch in einem grossen Teil Europas der Fall sein.