Daniel Sommer ist ab sofort nicht mehr Verlagsdirektor bei der Basler Zeitung. In einer Mitteilung heisst es: "Die Unternehmensleitung der Basler Zeitung und Daniel Sommer, Verlagsdirektor der baz und Mitglied der Unternehmensleitung, haben einvernehmlich entschieden, dass Daniel Sommer seinen Posten mit sofortiger Wirkung zur Verfügung stellt und sich anderweitig neu orientiert."
Sommer war seit 1997 Verlagsdirektor der Basler Zeitung. In seine Amtszeit fiel unter anderem der wichtige und umfassende Relaunch der baz im September 2004. Gegenüber "persoenlich.com" betonte Baz-Verleger Matthias Hagemann die "sehr gute Arbeit", die Sommers für den Verlag geleistet hat.
Der Abgang Sommers steht in Zusammenhang mit einer grundsätzlichen Neustrukturierung der Verlagsaufgaben im Gesamtunternehmen. Künftig sollen die baz-Verlage von einer Hand geführt werden. Leiter Verlage ist seit 1. Juli 2005 Roland Steffen. Er wird den Verantwortungsbereich von Sommer übernehmen. Laut Hagemann stimmte die persönliche Chemie zwischen den beiden nicht. "Wenn zwei starke Persönlichkeiten in einem Unternehmen aufeinander treffen, kann es zu Differenzen kommen", so der Verleger. Es habe unterschiedliche Ansichten zur Positionierung des Verlags im Leser- und Anzeigenmarkt gegeben.
In Widerspruch zu Hagemanns Aussagen stehen indes jene von Steffen. Von persönlichen Konflikten mit Sommer will er nichts wissen. Er habe schliesslich kaum Gelegenheit gehabt, mit Sommer zusammenzuarbeiten, sagte Steffen gegenüber "persoenlich.com". Denn am Tag seines Stellenantritts verreiste dieser in die Ferien, die bis am Donnerstag andauerten. Musste der langjährige Verlagsdirektor also seinen Bürotisch räumen, um Steffen Platz zu machen? Hagemann dementiert diese Interpretation. Sommer und Steffen hätten schon vor dem Stellenantritt Steffens Kontakt miteinander gehabt.
Daniel Sommer war für eine Stellungsnahme am Donnerstag nicht zu erreichen. Dem Vernehmen nach hat seine abrupte Demission im Verlag der baz beträchtliche Verunsicherung ausgelöst, zumal Sommer von seinen Mitarbeitern sehr geschätzt wurde. Es liegt nun am neuen Verlagsdirektoren Steffen, dass wieder Ruhe in den Verlag einkehrt.