"Verleger gehören in den Presserat"

Peter Studer - Medienethische Diskussionen werden intensiver geführt.

Zumindest die grösseren Schweizer Redaktionen führen medienethische Diskussionen intensiver als noch vor 50 Jahren. Er erhalte viele Telefonanrufe aus Redaktionen, sagt Presserats-Präsident Peter Studer, der Ende 2007 zurücktreten will. Er beobachte aber auch einen gewissen Hang zum Moralisieren, vor allem bei den Boulevardmedien, so Studer in einem am Mittwoch in "journalisten.ch" erschienenen Interview. Nicht allein in Medienhäusern rücken berufsethische Fragen zunehmend ins Bewusstsein. Der Presserat hat immer mehr Arbeit.

"Anfang der 90er-Jahre gab es jährlich eine Handvoll Beschwerden", sagt Studer. "Heute sind es gegen hundert." Er vermute, es liege am Konkurrenzdruck zwischen den Medien, der zugenommen habe. Seiner Meinung nach sollten Qualitätszeitungen stark auf das Kapital Glaubwürdigkeit setzen, sagte Peter Studer. "Glaubwürdigkeit der Medien setzt handwerkliche Qualität und eine ethische Grundlage voraus." Die Leser müssten wissen, was sie bei einer Medienkampagne glauben könnten und was nicht."