29.10.2012

"Schweizer Medien"

Verleger kritisieren Jahrbuch

Verband vermisst seriöse Definition von Qualität.

Das Jahrbuch zur Qualität der Medien wurde am 26. Oktober 2012 durch die Stiftung Öffentlichkeit und Gesellschaft vorgestellt. Den Medienvertretern stand dafür ein Auszug mit dem Titel Hauptbefunde zur Verfügung. Wie schon im Vorjahr lasse die Lektüre des Kurzberichtes an dessen Objektivität und auch an der wissenschaftlichen Seriosität zweifeln, so der Verband Schweizer Medien. Ein Fazit sei, dass Medien sich in qualitativ bessere und qualitativ schlechtere aufteilen, die einen seien für Eliten, die anderen für die Massen und eine analoge Kluft bestehe zwischen älteren und jüngeren Alterskohorten. Was aber genau mit Qualität gemeint sei, vergessen die Berichtverfasser offenzulegen.

Ableiten könne der Leser höchstens, dass Presseerzeugnisse mit Hardnews ein kleineres Publikum erreichen, während solche mit Softnews breiter gestreut seien. Des weitern scheinen Gratiszeitungen und Boulevardjournalismus mit niederer Qualität gleichgesetzt zu werden. Der Verband vermisse ein weiteres Mal eine seriöse und nachvollziehbare Definition des Begriffes Qualität. Grundlage jeder wissenschaftlichen Arbeit sollte die eineindeutige Definition jenes Begriffes sein, den man untersuche. Im neuen Jahrbuch zur Qualität der Medien werde offensichtlich darauf verzichtet, womit jeder Leser seinen eigenen Qualitätsbegriff einbringen und sich im wissenschaftlich verklausulierten Text wiederfinden könne. Dies sei eine verpasste Chance. (pd)


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