Verleger lehnen Mediationsvorschlag der Gewerkschaften ab

Presse-GAV - Schweizer Presse verweigert Dialog mit Sozialpartnern.

In den Konflikt um einen Gesamtarbeitsvertrag für die Presse kommt keine Bewegung. Der Verband Schweizer Presse lehnt es ab, unter Vermittlung der eidgenössischen Einigungsstelle mit den Gewerkschaften zu verhandeln.

Die Printjournalistinnen und -journalisten der Deutschschweiz und des Tessins müssen seit bald zwei Jahren ohne Gesamtarbeitsvertrag (GAV) auskommen: Der Verband Schweizer Presse hat den GAV aufgekündigt. Die Mediengewerkschaften comedia und impressum bemühen sich seither um neue Verhandlungen.

Im vergangenen Dezember stellten sie ein Gesuch an das Staatssekretariat für Wirtschaft (seco) mit der Bitte, zur Vermittlung die eidgenössische Einigungsstelle einzusetzten. Ziel war es, unter Schlichtung des Bundes den Konflikt zu entschärfen.

Keine Dialogbereitschaft

Der Verband Schweizer Presse lehnt jedoch die Einsetzung der eidgenössischen Einigungsstelle ab, wie die Gewerkschaften comedia und impressum am Freitag mitteilten. Die Verleger verweigerten den Dialog, schreibt comedia. Man bedaure diese Position sehr.

Die Delegierten von impressum nahmen an einem Kongress in Bern von der Position der Verleger Kenntnis. Sie hätten sich empört darüber gezeigt, dass der Verband Schweizer Presse das Mediationsangebot abgelehnt habe, schreibt impressum. Es sei fraglich, ob die Verleger die Sozialpartnerschaft ernst nähmen.

Position von Schweizer Presse nicht neu

Daniel Kaczynski, Direktor des Verbandes Schweizer Presse, sagte auf Anfrage, die Position des Verbandes sei nicht neu. Der Entscheid sei schon vor Monaten gefallen. Die Verleger seien deshalb nicht auf den Vorschlag eingegangen, weil eine Mediation eines existierenden GAV bedürfte. Es gebe aber in diesem Fall keinen GAV. .

Das seco habe die Gewerkschaften erst jetzt über die Position der Verleger informiert, sagte comedia-Zentralsekretärin Stephanie Vonarburg, Zentralsekretärin von comedia, dazu. Die Gewerkschaften hofften, dass das seco die Schlichtungskommission dennoch einsetze. Nach fast zwei Jahren ohne GAV sei es an der Zeit, einen Schritt nach vorne zu machen. Beim seco war am späten Freitagnachmittag niemand für eine Stellungnahme erreichbar.

Resolution für Pressefreiheit

Die Gewerkschaften verlangen insbesondere, dass im GAV Minimallöhne festgelegt werden. Die Verleger dagegen wollen die Löhne in ihren Unternehmen selbst festlegen können.