Matthias Hagemann, Verleger der "Basler Zeitung" (BaZ), ist überzeugt, dass die Schweizer Tageszeitungen in Zukunft immer mehr zusammenarbeiten müssen, um ihr Niveau zu halten. Zusammenarbeit bringe aber auch Abhängigkeit mit sich. Aktienmässig glaube er, dass die BaZ auch in 15 Jahren noch unabhängig sein werde, sagte Hagemann in einem am Mittwoch im Branchenblatt "Schweizer Journalist" erschienenen Interview. Operativ gehe der Trend aber in eine andere Richtung.
Er nehme an, dass die Welle der Gratiszeitungen etwas abebben werde. Das werde den bezahlten Tageszeitungen zwar helfen. Die grundlegenden Verhältnisse würden dadurch aber nicht umgekehrt. Der Zürcher Tamedia, die am Dienstag die Übernahme von Edipresse bekanntgab, vertraut Hagemann. Für die BaZ sei es interessant, Teil des Dreiecks Basel-Zürich-Bern zu sein. Das funktioniere beim "Magazin", ein bisschen bei der Gratiszeitung "News" und beim Onlineportal "Newsnetz" sehe es auch gut aus.
Eine Kooperation mit AZ Medien, der Herausgeberin der "Mittelland Zeitung" (MZ), schliesst Hagemann aus. Seit die MZ 2006 der BaZ die "Basellandschaftliche Zeitung" weggekauft habe, sei das geschäftliche Vertrauen gestört. (sda)