Der Entscheid des Bundesverwaltungsgerichts, dem zum Ringier-Verlag gehörenden Radio-Sender Energy definitiv die Konzession zu verweigern, stösst den Verlegern sauer auf. "Ich bin bestürzt und wütend", sagte Verlegerpräsident Hanspeter Lebrument am Freitag an der Jahrestagung des Verbandes Schweizer Presse in Interlaken. Erstmals in der Geschichte sei durch den Staat ein Medienverbot erlassen worden. Für die vielen Hörerinnen und Hörer von Radio Energy sei dieser Entscheid schlicht unverständlich, so Lebrument weiter. Und die 60 Mitarbeitenden des Senders fragten sich, was sie falsch gemacht haben sollten. Sie machten ein Radioprogramm, das gut ankomme.
Michael Ringier, der Verleger des gleichnamigen Medienkonzerns, zeigte sich über den negativen Entscheid des Bundesverwaltungsgerichts nicht überrascht. Radio Energy werde nun schauen, was aus der verfahrenen Situation zu machen sei. Eine Möglichkeit sei, über das digitale Radio (DAB) zu senden. Auch andere Alternativen würden geprüft. Im Übrigen dürften angesichts der technologischen Entwicklung letztmals Radio-Konzessionen erteilt worden sein. "In zehn Jahren wird es keine Konzessionen mehr brauchen", sagte Ringier. Bereits heute lasse sich über das Internet Radio Energy weltweit empfangen.
Schwerwiegend sei der Gerichtsentscheid aber mit Blick auf den Medienverbund des Verlagshauses. Ringier sei im Ausland multimedial gut verankert. Eine starke Heimbasis sei eine wichtige Voraussetzung, um auch im Ausland Erfolg zu haben. Mit dem Gerichtsentscheid werde Ringier nun auch hier behindert. (sda)