Urs Gossweiler, Verleger der Jungfrau Zeitung, übernimmt per 1. September 2007 auch die Chefredaktion. Er wird damit künftig nicht mehr nur repräsentative und strategische Aufgaben als Verleger wahrnehmen, sondern operativ tätig sein. Gossweiler wolle sein liberales Gedankengut in die Redaktion einfliessen lassen, ohne die gleichberechtigte Existenz der verschiedenen Meinungen im Blatt einzugrenzen, teilt der Berner Oberländer Verlag am Donnerstag mit.
In seiner Doppelrolle als Verleger und Chefredaktor will Gossweiler klare Prioritäten setzen. "Im Zweifelsfall entscheiden wir uns immer für die Publizistik", so Gossweiler. Die Entscheidung, die beiden Funktionen parallel auszuführen, sei nicht leicht gefallen, erklärt Gossweiler gegenüber "persoenlich.com": "Wir haben lange mit dieser Frage gerungen." Entscheidend sei es in der umkämpften Marktsituation jedoch, dass die Gossweiler Media AG Publizistik, Design und Technologie auch in Zukunft inhouse und medienübergreifend weiterentwickle.
Das Medienhaus in Interlaken befindet sich nach der Übernahme der Espace Media Group laut Gossweiler in einer völlig neuen Wettbewerbsituation. Der Verleger befürchtet, dass der Berner Oberländer, ein direkter Konkurrent der Jungfrau Zeitung, mittelfristig zu einem Kopfblatt des Tages-Anzeigers werden könnte, das über eine eigene Lokalredaktion in Interlaken verfügt. "Die Herausforderung, die sich uns stellt, ist enorm." Geschäftsleitung und Verwaltungsrat seien dehalb zum Schluss gekommen, dass es nach zehn Jahren wieder an der Zeit sei, dass er, Gossweiler, wieder als Journalist in die Hosen steige. Als Chefredaktor strebt er Wachstum bei den Lesern an. Er will den Anteil der Leser im Verbreitungsgebiet von 67 auf 70 Prozent steigern.
"Die Herausforderung, die sich uns stellt, ist enorm": Urs Gossweiler.

