Die Einwechslung von Weltwoche-Mann Markus Somm verstärkt den Eindruck, dass das rechtsbürgerliche Lager um Roger Köppel, Tito Tettamanti und Christoph Blocher nun auch bei der BaZ das Kommando übernommen hat. Aus absolut zuverlässiger Quelle weiss die "SonntagsZeitung", dass Verleger Wagner eine Basler Lösung favorisiert hätte. Er habe aber schliesslich den "Machtkampf" verloren. Der Verleger, der 25 Prozent der BaZ-Aktien hält und auch bei Köppels "Weltwoche" im VR sitzt, will davon nichts wissen.
"Tettamanti und ich sind ein bewährtes Team." Offenbar werde versucht, Zwietracht zu säen. Ein Machtkampf "sei frei erfunden", lässt auch Financier Tettamanti ausrichten. Dementis zum Trotz: Bis vor kurzem ging die Redaktion davon aus, dass Wagner einen Basler Chefredaktor ernennen würde. Zu stark hatte er stets betont, wie wichtig es sei, die BaZ aus und für Basel zu machen. Somm dagegen hat keinerlei Bezug zur Region. Jetzt verteidigt Wagner seinen neuen Chefredaktor mit dem Argument, er solle für eine "starke Regionalzeitung mit nationaler Ausstrahlung" besorgt sein. Ausserdem sei das Einzugsgebiet der Zeitung "bürgerlich". Auch wenn Christoph Blocher finanziell bei BaZ oder "Weltwoche" nicht direkt beteiligt ist, macht er keinen Hehl daraus, dass er Tettamantis Mission unterstützt. "Ich bin ihm zum Dank verpflichtet", sagt Blocher, "dass er unabhängige Medien ermöglicht", sagte er gegenüber der "SonntagsZeitung".