Die Übernahme der europäischen Sendergruppe SBS hat ProSiebenSat.1 zu einem Wachstumsschub verholfen. Wegen einer Kartellbusse schrieb der grösste TV-Konzern Deutschlands im dritten Quartal 2007 aber rote Zahlen. Für das gesamte Jahr geht ProSiebenSat.1 dank der SBS-Übernahme jedoch weiterhin von einer Umsatz- und Gewinns. SBS, die hauptsächlich in Osteuropa, Skandinavien und den Beneluxländern aktiv ist, wird seit Juli bei ProSiebenSat.1 konsolidiert. teigerung aus, wie die Gesellschaft am Donnerstag bekanntgab.
Der Umsatz von ProSiebenSat.1 legte daher im dritten Quartal um 55 Prozent auf 668,4 Mio. Euro zu. Das um Sondereinflüsse bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Amortisationen (EBITDA) verdoppelte sich auf 124,8 Mio. Euro. "Die Dynamik der anderen europäischen Märkte konnte die verhaltene Entwicklung des deutschen Marktes im dritten Quartal mehr als kompensieren", sagte Sender-Chef Guillaume de Posch.
Das Ergebnis wurde jedoch von einer Busse belastet. Weil ProSiebenSat.1 nach Auffassung des deutschen Kartellamts bei der Vermarktung von Werbezeiten grosse Kunden unfair begünstigt hat, musste das Unternehmen 120 Mio. Euro zahlen. Daher verblieb vor Steuern ein Verlust von 103,7 Mio. Euro. Unter dem Strich verbuchte ProSiebenSat.1 ein Minus von rund 77 Mio. Euro. .
Auf Druck des Kartellamts führte ProSiebenSat.1 ein neues Modell zum Verkauf von Werbezeiten ein. TV-Werbung ist die wichtigste Einnahmequelle der Sendergruppe. Insgesamt entwickeltenn sich die meisten der für ProSiebenSat.1 wichtigen Werbemärkte sehr erfreulich und dynamischer als in Deutschland, erklärte das Unternehmen. Für dieses Jahr rechnet ProSiebenSat.1 nur mit einem Wachstum des deutschen TV-Werbemarkts von einem bis zwei Prozent, nachdem der Oktober nicht besonders gut gelaufen ist. Im November verbuchte die Sendergruppe bei ihren Werbeeinnahmen ein Plus von 5 Prozent. (sda)