Veröffentlichung eines Buches über Affäre Stern verboten

Genf - Autoren werfen Anwälten Zensur vor.

Ein Buch über die Ermordung des französischen Bankiers Edouard Stern in Genf kann möglicherweise nicht erscheinen. Das erstinstanzliche Genfer Gericht verbot auf Antrag der Anwälte der Beschuldigten provisorisch die Veröffentlichung. Valérie Duby, eine der Co-Autoren des Buches, bestätigte die dringliche Verfügung des Gerichts, über die verschiedene Westschweizer Medien berichtet hatten. Die Anwälte der mutmasslichen Täterin wollen das ganze Manuskript lesen, was die Autoren ablehnen.

"Das ist Zensur. Die Anwälte wollen einige Passagen des Buches, die ihre Klientin belasten könnten, verbieten lassen", erklärte Duby gegenüber der Nachrichtenagentur SDA. Sie und ihr Mitautor Alain Jourdan wollen das Manuskript, in dem sie ihre anderthalbjährigen Nachforschungen zusammenfassen, einem französischen Verlag übergeben. Jetzt aber wurde die Veröffentlichung provosorisch untersagt. Das Gericht sollte laut Duby in dieser Woche definitiv entscheiden.