Verteidigungsminister entschuldigt sich bei Journalisten

Guttenberg - Doktortitel bis zur Klärung nicht mehr verwendet..

Der deutsche Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg hat sich bei den Hauptstadtjournalisten für seine Informationspolitik in der Affäre um seine Doktorarbeit entschuldigt. Zuvor war es zum Eklat gekommen, weil der Minister nur einer Handvoll Journalisten Auskunft gegeben hatte. Darauf beschwerte sich der Vorstand der Bundespressekonferenz, der Verein der Hauptstadtjournalisten, in einem Brief an den CSU-Politiker darüber, dass er zeitgleich zur routinemässigen Regierungspressekonferenz am Freitag nur wenige Journalisten überstürzt ins Ministerium lud und dort eine Erklärung abgab.

Guttenberg bedauerte in seinem Antwortschreiben "die Parallelität der Presseunterrichtungen". Er betonte: "Leider wird es gerade in meinem Ressort immer wieder Ereignisse geben, die einen gesetzten Zeitplan durcheinanderbringen." Es sei aber "selbstverständlich", dass er künftig versuchen werde, Parallelunterrichtungen zu vermeiden. "Ich hoffe auf Ihr Verständnis", fügte der Minister hinzu.

Guttenberg hatte am Freitag in seinem Ministerium Fehler bei der Erstellung seiner Dissertation eingeräumt, sich entschuldigt und angekündigt, seinen Doktortitel bis zur Klärung der Plagiatsvorwürfe nicht zu führen. Auch der deutsche Deutsche Journalisten-Verband kritisierte Guttenberg für seinen Umgang mit den Medien. Es sei nicht akzeptabel, dass der CSU-Politiker nur vor einer Handvoll Journalisten eine vorgefertigte Erklärung zu den Plagiatsvorwürfen vorlese, statt sich kritischen Fragen etwa der Bundespressekonferenz zu stellen, sagte DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken. "Von einem Mitglied der Bundesregierung erwarten die Journalistinnen und Journalisten Transparenz und nicht eine Informationspolitik nach Gutsherrenart." (sda)