Verwaltungsrat bestätigt Entlassungen

Der Bund - Keine einvernehmliche Lösung gefunden.

Der Verwaltungsrat der Berner Tageszeitung Der Bund hat zwei Entlassungen in den Reihen der Redaktion bestätigt. Ein Angebot verschiedener Redaktionsmitglieder, die Kündigungen durch Pensenreduktionen zu verhindern, lehnte der Verwaltungsrat ab.

Der Weg zu einer einvernehmlichen Lösung habe sich zuvor scheinbar abgezeichnet, teilten die Mediengewerkschaft Comedia und der Journalistenverband impressum am Samstag gemeinsam mit. Umso "unverständlicher und schockierender" sei nun der verwaltungsrätliche Entscheid.

Mehrere Wochen schon hatte in der Berner Tageszeitung "Der Bund" der Konflikt geschwelt. Chefredaktor Hanspeter Spörri erhielt aufgrund sinkender Inserateeinnahmen den Auftrag, im laufenden Jahr rund 400'000 Franken auf dem Redaktionsbudget zu sparen. Deshalb wurden neben einem kalten Stellenabbau Ende August zwei Redaktoren entlassen.

Diese Entlassungen hatten gemäss Angaben des Journalisten-Verbands Impressum in der Redaktion eine Solidaritätswelle ausgelöst. Innert weniger Tage erklärten sich 18 Personen bereit, ihr Pensum um 5, 10 oder 15 Prozent zu reduzieren, um den Sparauftrag zu erfüllen und die Kündigungen zu vermeiden bzw. rückgängig zu machen.

Hintergrund dieser Aktion ist die Tatsache, dass es sich bei den beiden Gekündigten um sehr geschätzte und fähige Journalisten handelt und dass der eine sich wiederholt als Arbeitnehmervertreter intern für die Anliegen der Redaktion eingesetzt -- und exponiert -- hatte. Nach anfänglichem Zögern willigte der Chefredaktor ein, die Kündigungen zurück zu nehmen und durch Pensenreduktionen zu ersetzen. Die Verantwortlichen der Espace Media Groupe gaben nun aber kein grünes Licht zu einer einvernehmlichen Lösung.