Der Verwaltungsrat der SRG, der Ende Jahr für vier weitere Jahre bestätigt werden muss, steht vor einem Umbruch. Nicht nur Präsident Raymond Loretan tritt zurück, wie er das bereits angekündigt hat, weil ihn die CVP des Kantons Genf zum Ständerats-Kandidaten gekürt hat.
Auch Hans Lauri tritt nicht mehr zur Wiederwahl an. "Ich stehe für die Wiederwahl nicht mehr zur Verfügung", sagt Hans Lauri (BDP) gegenüber der Zeitung "Schweiz am Sonntag". Eine Wiederwahl sei "obsolet", weil er am 26. Oktober 71 Jahre alt werde und damit das Alterslimit erreicht habe.
Vieles deutet zudem auf einen dritten Rücktritt hin. Ulrich Gygi (SP) ist nur zwei Jahre jünger als Lauri. Gygi wird am 6. Dezember 2016 70 Jahre alt. Theoretisch könnte er zwar noch ein oder zwei Jahre im VR bleiben. Doch da Gygi inzwischen bereits seinen Rücktritt als SBB-Verwaltungsratspräsident erklärt hat, deutet einiges darauf hin, dass er wohl auch den Verwaltungsrat der SRG verlässt.
Als möglichen Ersatz von Hans Lauri wird bereits Laura Sadis gehandelt. Die FDP-Politikerin war im April als Tessiner Staatsrätin zurückgetreten und hat eine schriftliche Anfrage für das Verwaltungsratsmandat erhalten, wie Zeitung "Schweiz am Sonntag" schreibt. Sadis stehe dem Vorhaben positiv gegenüber. Mit Pedrazzini wären damit zwei Tessiner im SRG-VR vertreten.
Mit vier CVP-Vertretern ist das neunköpfige Gremium heute stark christdemokratisch geprägt. Ebenfalls im Verwaltungsrat sitzen SP und BDP mit je einem Vertreter. Aussen vor hingegen ist die SRG-kritischste Partei, die SVP.
Heute ist man in der SVP skeptisch, sich integrieren zu lassen. SVP-Nationalrat Maximilian Reimann sagt zwar: "Die SVP muss eine Chance erhalten." Doch Generalsekretär Martin Baltisser winkt ab: "Ein einziger Verwaltungsrat schafft es unmöglich, eine Änderung zum Selbstverständnis der SRG und der Ausprägung des Service public anzustossen." Deshalb sei er zurückhaltend, auf das SRG-Personalkarussel aufzuspringen. (pd)