Bei den Verantwortlichen für das Konversionsprojekt von Radio DRS und Schweizer Fernsehen (SF) liegen die Nerven blank. Das hat jetzt der Programmleiter des Kultursenders DRS 2, Marco Meier, zu spüren bekommen. Er wurde von Radiodirektor Iso Rechsteiner vorgeladen und mit einem Verweis bestraft - verbunden mit der Drohung, dass ein weiterer Loyalitätsverstoss eine Kündigung nach sich ziehe. Dies bestätigte Radio-Kommunikationschef Andreas Notter auf Anfrage von "Sonntag".
Grund für den Zwist: DRS-Geschäftsleitungsmitglied Meier, studierter Theologe und Philosoph, hatte mit einem Leserbrief auf ein Doppelinterview reagiert, das Hansruedi Schoch und Rudolf Matter als Konvergenz-Projektleiter der "Basler Zeitung" gegeben hatten. In dieser Zuschrift schlug Meier einen leicht sarkastischen Ton an. Beispiel: "Sie haben durchaus etwas vorzuweisen nach all den Monaten: einen vollkonvergenten Sport. Ist doch gar nicht nichts, wie einige munkeln." Marco Meier wollte sich zum Vorgang nicht weiter äussern.