Der Unterhaltungskonzern Viacom will Viva Schweiz loswerden: Das US-Unternehmen, zum dem auch MTV gehört, sei auf der Suche nach einem Käufer für den Musiksender, berichtet die Zeitung "Blick". Mehrere Medienunternehmen seien bereits von einer Zürcher PR-Agentur kontaktiert worden. Am Sendersitz von MTV Networks in Berlin will man die Verkaufsabsichten indessen nicht bestätigen: "Wir kommentieren Spekulationen grundsätzlich nicht", erklärt Sprecherin Marie-Blanche Stössinger auf Anfrage von "persoenlich.com".
Viacom hatte Viva Schweiz vor sechs Jahren für einen Preis von 20 Millionen gekauft. In der Vergangenheit machten immer wieder von neuem Gerüchte die Runde, dass der Sender veräussert werden soll. Nach dem Weggang von Geschäftsführerin Asta Baumöller verordnete Viacom dem Sender einen radikalen Sparkurs. Um die hoch angesetzten Renditeziele des amerikanischen Mutterhauses zu erfüllen, musste vor einem Jahr rund ein Drittel der Mitarbeiter seinen Arbeitsplatz räumen, die Eigenproduktionen wurden zurückgefahren.
Das eigene Studio in Schlieren hat der Konzern bereits verkauft, in der Schweiz unterhält der Sender kein Studio mehr. Produziert werden die einheimischen Aufzeichnungen von der Schlierener Firma Primetime. Beim jungen Publikum kommt der Sender trotzdem an: In dieser Zielgruppe ist Viva Schweiz, das immer noch Schweizer Musikvideos ausstrahlt, der stärkste Privatsender der Schweiz. Für den Konzern hat sich der Spar- und Abbaukurs also gerechnet. "Wirtschaftlich gesehen ist der Sender einer der profitabelsten der Welt", frohlockte Catherine Mühlemann, MTV-Viva-Chefin für Zentraleuropa denn auch unlängst in einem Interview mit der Fernsehzeitschrift "TV-Star".