Ringier hat am Donnerstag an der Jahresbilanz-Medienkonferenz seinen Bericht über das vergangene Geschäftsjahr präsentiert. Ringier blickt auf ein investitionsreiches Jahr zurück. Das Zürcher Medienhaus hat im vergangenen Jahr 60 Millionen Franken in die Lancierung neuer Titel gesteckt. Insgesamt erschienen 2006 20 neue Titel, davon fünf Tageszeitungen. Dies wirkte sich im Geschäftsergebnis aus: Der Gewinn stieg nur leicht an um 1 Prozent auf 67.8 Millionen Franken, der Umsatz markant um 6.5 Prozent oder 81.2 Millionen Franken auf 1'337.5 Millionen Franken. Die Gewinnmarge des grössten Schweizer Medienunternehmens verfehlte wegen der hohen Marktinvestitionen mit 5.1 Prozent knapp den Vorjahreswert von 5.3 Prozent.
Die Verlagsaktivitäten in der Schweiz wuchsen -- bei starker Zunahme der Werbeausgaben in den Printmedien -- mit einem Plus von 2.5 Prozent auf 569.7 Millionen Franken nur unterdurchschnittlich. Während die Anzeigenumsätze um über 8 Prozent zulegten, gingen die Vertriebserlöse infolge weiter sinkender Auflagen um knapp 4 Prozent zurück.
Wie schon in den Vorjahren legten die Umsätze in Mittel- und Osteuropa kräftig zu; um insgesamt 15 Prozent auf 430 Millionen Franken. Dazu beigetragen haben Neulancierungen und weitere Marktanteilsgewinne der Stammtitel. Der Anteil dieser Märkte am Gesamtumsatz der Gruppe stieg von 29.8 auf 32.1 Prozent. In Asien betrug die Umsatzsteigerung 16.5 Prozent auf 62.2 Millionen Franken. Ringier profitierte vom starken Wachstum des Werbevolumens in China und von der Erholung des Druckmarktes in Hongkong.
Laut Ringier wurde die Rechnung 2006 in hohem Masse durch Investitionen in viele neue Produkte belastet, im Besonderen durch die Anfangsverluste von fünf neuen Tageszeitungen. Der verstärkte Wettbewerbsdruck in Mittel- und Osteuropa habe auch erheblich höhere Marketinganstrengungen bedingt, welche aber durch die Ertragsverbesserungen im angestammten Geschäft kompensiert worden seien. Namhafte Mittel beanspruchte auch die Neuregelung der Besitzverhältnisse bei der Event-Agentur Good News.
Ringier beschäftigte 2006 weltweit 6887 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, das sind 446 Mitarbeitende oder 6,9 Prozent mehr als im Vorjahr. Allein mit der Integration der IRL in den Swissprinters Verbund wuchs der Bestand in der Schweiz um 222 Mitarbeitende an. Verbunden mit den geringeren Druckvolumen gingen die Bestände in den Betrieben Adligenswil, Zofingen und St. Gallen dagegen zurück. Die Zahl der Mitarbeitenden in den ausländischen Aktivitäten wuchs um deutliche 9.3 Prozent.
Die Entwicklung in der Schweiz im Detail
Der Umsatz der Zeitungen in der Schweiz sank um 3.6 Prozent auf 193.5 Millionen Franken. Blick und SonntagsBlick schnitten laut Ringier in der Leserschaftsbefragung gut ab, auch die negative Auflagenentwicklung habe beim Blick verlangsamt werden können. Die im Mai lancierte Gratis-Abendzeitung heute erreicht bereits 211'000 Leser. Blick Online konnte seine Umsätze um 75 Prozent steigern.
Mit 232.8 Millionen Franken übertrafen die Zeitschriften den Vorjahresumsatz um 4 Prozent, der Werbeumsatz legte sogar um 13,8 Prozent zu. Massgeblich trug dazu die im Februar lancierte Frauenzeitschrift Schweizer Illustrierte Style bei. In der Romandie gelang LHebdo mit einer Steigerung seines Anzeigenvolumens von 60 Prozent gegenüber dem Vorjahr ein eindrücklicher Turnaround. Mit einem Fünftel mehr Anzeigenseiten konnte auch der Titel edelweiss seine Erfolgsstory fortsetzen.
Bei den Wirtschaftsmedien stieg der Umsatz um 9 Prozent auf 24.2 Millionen Franken anzeigenseitig gar um 18.8 Prozent. Besonders auf die Lancierung der Multimediaplattform CASH daily reagierte der Werbemarkt laut Angaben von Ringier positiv. Der Verbund einer Printausgabe mit elektronischem Livepaper, Audio- und Videocasts, Web-TV und mobilen Applikationen komme bei Lesern und Anzeigenkunden gleichermassen gut an.
Mit neuen Shows, Spielen, Sportübertragungen und weiteren Sendungen wuchs der Umsatz von Ringier TV auf 50 Millionen Franken. (+ 7.5 Prozent). Für das neu lancierte Bluewin TV der Swisscom und für den PayTV-Sender TELECLUB realisiert RingierTV sämtliche Sportproduktionen, insgesamt über 400 Eishockey- und Fussballspiele pro Saison. Im Unterhaltungsbereich erweiterte RingierTV seine Palette mit der Comedy-Show Genial daneben für SF1 und der Reality Show mobileAct - Battle of Bands für SAT.1 (Schweiz).
Die Rahmenbedingungen für Druckaktivitäten ausserhalb des Zeitungsdruckes verschärften sich im abgelaufenen Jahr weiter. Mit den Imprimeries Réunies Lausanne (IRL) erweiterte sich die Swissprinters Gruppe um einen starken Partner in der Westschweiz. Die Integration liess den Umsatz um 0.6 Prozent auf 398.5 Millionen Franken steigen. Neutralisiert man diesen Einfluss, ergibt sich ein Umsatzrückgang von 6.4 Prozent. Ursachen sind der deutlich tiefere Drittkundenumsatz in Adligenswil und Umsatzverluste der Betriebe Zofingen und St. Gallen. Die Bogenoffsetbetriebe in Schlieren und Rotkreuz vermochten ihre Umsätze deutlich zu steigern.
Ausblick für das Jahr 2007

