Das Schweizer Syndikat Medienschaffender (SSM) hat im Radiostudio Bern des SRF eine Umfrage durchgeführt. Grund dafür sei der Beschluss des SRG-Verwaltungsrats gewesen, das Studio nach Zürich zu verlegen, wie der «Tages-Anzeiger» schreibt. An der Befragung beteiligten sich 169 der 220 Angestellten. Weil es 2018 zu Protesten kam (persoenlich.com berichtete), wollte das SSM wissen, wie die Stimmung im Berner Studio heute ist.
Das Ergebnis: Nur 22 Prozent der Befragten würden bereits wissen, dass sie pendeln oder umziehen werden. Rund ein Drittel würde abwarten, welche Stelle zu welchen Konditionen sie nach dem Umzug antretten könnten. Nach einer anderen Stelle suchen, sich weiterbilden lassen oder in Pension gehen würden 38 Prozent.
Die neue SRF-Direktorin Nathalie Wappler habe letzte Woche erstmals das Studio in Bern besucht und der Belegschaft bereits mitgeteilt, sie stehe hinter dem Umzugsentscheid. Die Modalitäten werde sie von einem publizistischen Konzept abhängig machen, das in Arbeit sei.
Gründe unverständlich
Laut Tagi können drei Viertel die Gründe des Managements nicht nachvollziehen, dass der Umzug aus Spargründen und wegen der digitalen Weiterentwicklung nötig sei. 2018 hätten 177 Mitarbeitende in einem Brief an den SRG-Verwaltungsrat ihre Ablehnung gegen den Umzug kundgetan. Nun sei noch über die Hälfte dagegen.
Auch die Chefredaktion wird in Bern kritisiert und das Vertrauen zu ihr schwindet, oft sei sie abwesend und habe den journalistischen Alltag nicht im Griff, zitiert der Tagi aus der Umfrage. Zudem würden sich 77 Prozent seit dem Umzugsentscheid weniger stark mit dem SRF identifizieren.
Laut SRF-Sprecherin Andrea Wenger gebe es eine unterschiedliche Stimmungslage. Einige würden sich sogar einen rascheren Umzug nach Zürich wünschen. Zur Kritik an der Leitung räumt Wenger ein, die Sparmassnahmen würden sich bemerkbar machen. «Die Chefredaktion setzt alles daran, so viele Mitarbeiter wie möglich mitzunehmen», sagt Wenger zum Tagi. Zudem soll das Studio nicht wie geplant 2020 umziehen, sondern erst 2022. (log)